„Ich hab ja nix…“ my ass

„Ich hab ja nix zu verbergen.“ Wie oft hat man das schon gehört und sich über das Gottvertrauen in die Überwacher gewundert. Warum dieser Satz Quark ist, hat aus Mamaperspektive letztens erst Das Nuf in „Mama Leaks“ erklärt, deren Tochter im Kindergarten gerne mal Mamas Aussagen von gestern zitiert und damit für peinliche Momente sorgt. Auch schön war die Bitte von Jacob Appelbaum, der auf seinem Vortrag bei der letzten re:publica alle diejenigen, die nichts zu verbergen haben, gebeten hat, bitte mal aufzustehen und ihre Hose auszuziehen.

Wenn man die Argumentation der Langform dieser Aussage („Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten“) mal genauer, d. h. rhetorisch-politisch, auseinandernimmt, dann kommt man u. a. zu dem Schluss, dass der Satz eine gewisse Untertanenhaltung beinhaltet: ‚Wenn ich brav mache was der (grundsätzlich gute) Staat mir vorgibt, dann wird er mich schon nicht sanktionieren‘. Michael Lohmann schreibt dazu in seiner Analyse auf Telepolis:

„Man kann die Aussage „Wer nichts zu verbergen hat …“ auch so lesen, dass sie zu Vertrauen in die Rechtschaffenheit der mit diesen Freiräumen ausgestatteten Ermittlungsbehörden aufruft. Vertrauen bietet aber keine Gewähr dafür, im Ernstfall auch tatsächlich fair behandelt zu werden. In dieser Lesart versagt das „Argument“ „Wer nichts zu verbergen hat…“, denn die von ihm suggerierte Sicherheit erweist sich als Etikettenschwindel.“

Letzten Endes gibt die „Ich hab nix zu verbergen“-Fraktion eine berechtigte Skepsis und Kontrolle der Bürger gegenüber dem Staat auf und lässt damit zu, dass am Fundament der Demokratie gesägt wird. Der Rechtsstaat kann in einer anlasslosen Massenüberwachung schlichtweg nicht mehr funktionieren. Warum die Überwachung so vielen Leuten wurscht ist, kann ich daher nicht nachvollziehen. Wahrscheinlich ist die Gefahr zu abstrakt und unsichtbar. Ein Grund mehr, sich für die Feierabenddiskussionen mit guten Argumenten und Beispielen zu versorgen – und wenn sie aus dem Kindergartenalltag sind.

Siehe auch:  http://wdrblog.de/digitalistan/archives/2013/07/ich_habe_ja_nichts_zu_verberge.html

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Am[Arsch]azon

Warum ich bei Amazon inzwischen nix mehr bestelle hat unter anderem damit zu tun: „In dem Streit ging es darum, dass Amazon von den Verlagen einen Nachlass von 50 Prozent pro Buch verlangte – um dasselbe E-Book dann zum vollen Preis an die Kunden weiterzuverkaufen.“

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Erfolgreich in Europa

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Die CDU hatte sich auf ihrem Plakat zur Europawahl verdruckt. Glücklicherweise wurde der Slogan schnell korrigiert.

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Besser leben ohne den ADAC

Soeben lese ich, dass der ADAC wahnsinnige 19 Millionen Mitglieder hat (laut SZ von heute)! Ich nehme an, dass die meisten Teil dieses „Vereins“ sind weil sie eben keine Lust haben nachts um halb drei im Wald von Hinterfurzingen liegen zu bleiben ohne jemanden anrufen zu können, der einen abschleppt ohne gleich drölfundachtzighundert Euro zu verlangen. Was auch ich bis vor kurzem nicht wusste: Pannenhilfe geht deutlich billiger und ohne dass man gleich Mitglied in diesem ominösen Laden mit ebenso fragwürdigen Geschäftspraktiken wie politischen Ansichten sein muss. Für weniger als 10 Euro im Jahr (ADAC-Plus kostet 80 Euro) bekommt man von seiner Versicherung einen Schutzbrief, der oft dieselben Service-Leistungen wie der ADAC bietet (z.B. Roland Assistance). Und zusätzlich man spart sich zusätzlich die Mühe, jeden Monat die „ADAC-Motorwelt“ in den Müll tragen zu müssen! Viel Spaß beim Kündigen!

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Die „Freunde“ der CDU – Union will Überwachung im NSA-Stil

Also ich fasse mal kurz zusammen: Die CDU schert sich einen Dreck um die Totalüberwachung durch die NSA. Nur Mutti ausspähen ist irgendwie doof. „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht!“ Was mit diesem Satz gemeint ist zeigt sich in den aktuellen Koalitionsverhandlungen. Da setzt sich die Union nämlich für die Ausweitung der Internet-Überwachung ein, was die Überwachung des gesamten deutschen Internetverkehrs zulassen würde (Mal ganz abgesehen davon, dass man sich dafür einsetzt die Videoüberwachung auszuweiten, Mautdaten zur Strafverfolgung nutzen zu dürfen und die Vorratsdatenspeicherung wieder einzuführen). Statt sich also darum zu kümmern, dass Grund- und Bürgerrechte eingehalten werden versucht man sich dieselben Zugriffsmöglichkeiten zu schaffen, die der NSA längst hat (und massivst nutzt) um auf diese Grund- und Bürgerrechte ebenfalls scheißen zu können. „Ausspähen unter Freunden, das geht gar nicht!“ Zu den Freunden zähle ich und zählen wir und zählen deutsche Bürger offenbar nicht.
[via Nerdcore]

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Nazi-Terror in Hoyerswerda

Inzwischen hat sich die Aufregung um die NSU-Morde wieder einigermaßen gelegt. Konsequenzen hat man keine gezogen. Die Sicherheitsapparate arbeiten gemütlich vor sich hin und auch sonst ist alles beim alten. Alle freuen sich, dass die NPD nur in Sachsen und in Thüringen über drei Prozent bei der letzten Bundestagswahl geholt und sich summa summarum verschlechtert hat. Weniger Nazis gibt es deshalb trotzdem nicht. Es gibt nach wie vor Gegenden, in denen man Angst haben muss, wenn man sich gegen Rechtsaußen stellt; Gegenden, in denen „die Leute“ lieber kuschen als das Maul auf zu machen. Das hat vor allem damit zu tun, dass selbst die Polizei sich zurückhält und Konflikten mit den Glatzen lieber aus dem Weg geht. Deeskalationsstrategie, ist klar. Ein Bericht aus dem SZ-Magazin zeigt, dass die Polizei lieber die Opfer aus der Stadt bringt als den Nazis klar zu machen, dass es da das ein oder andere Gesetz gibt, das sie verletzen wenn sie ein Paar, das sich gegen die Rechten wehrt, bis in ihre Wohnung verfolgen und mit dem Tod bedrohen. Das ist eine unerträgliche Kapitulation der Behörden. Diejenigen, die sich aktiv für die Demokratie einsetzen werden nicht beschützt sondern entfernt und die Nazis lässt man ungehindert weiter hassen. Leider (wenn man sich z.B. den Film „Blut muss fließen“ anschaut) passiert das nicht nur in Hoyerswerda und bestätigt das Bild von dem unfähigen Sicherheitsapparat, der bei Nazis gerne mal ein Auge zudrückt um kein selbiges blaues zu kassieren.

[Update: Hier noch ein Beitrag der SZ, der rechten Terror in Bayern dokumentiert.]

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Überwachung und Untertanentum

Seit einigen Wochen regnet es fast täglich Neuigkeiten über den Überwachungsskandal im Zusammenhang mit NSA, BND und GHCQ. So richtig aufregen möchte sich aber kaum jemand. „Hat man ja irgendwie eh geahnt“ oder „was hab ich schon zu verbergen“, heißt es dann. Dabei ist die massenhafte und anlasslose Überwachung von Telefon und Internet ein Schlag in die Fresse des Rechtsstaats, eine Grundrechtsverletzung aller Bürger, die Vorbilder in der abstoßenden deutschen Geschichte hat und teils sogar darüber hinaus geht. Es gibt viele Gründe dafür, sich gegen PRISM und Co. zu wehren. Einen davon konnte man heute in der SZ auf der Meinungsseite finden:

„Chilling Effects“ nennt man es, wenn allein das Wissen, dass Überwachung, zumal flächendeckende, stattfinden könnte, zu vorauseilendem Gehorsam führt. Wenn sich Nutzer fragen, ob die Nachricht, die sie schreiben, das Video, das sie anschauen, die Lektüre des Textes, den sie lesen, nicht irgendwann gegen sie verwendet wird. Und dann die Nachricht schreiben, den Text nicht lesen, das Video nicht gucken. Wer so aus Angst vor Folgen handelt, ist fremd im eigenen Haus. Er ist auch kein Bürger mehr. Er ist ein Untertan.

(Süddeutsche Zeitung, Nr. 187 / 2013, S. 4)

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„Freiheit“, von Jonathan Franzen

Zunächst einmal sei gesagt, dass sich mein Romanhunger in Grenzen hält. Ich zehre meist sehr lange von einem Buch und manchmal geht es mir so wie mit Freiheit von Jonathan Franzen, einem Buch, das mich nun seit knapp zwei Jahren begleitet hat, unterbrochen von vielen kurzen und langen Lesepausen. Dabei war ich weder gelangweilt, nocht genervt von seiner Geschichte. Vielmehr habe ich von Zeit zu Zeit davon genascht und es mir eingeteilt, so wie man sich eine selten gute Tafel Schokolade einteilt, die man lange genießen und eben nicht schnell konsumieren will. Das Lesen dieses Buches war wie Quality Time mit einem guten Freund zu verbringen. Es war immer wieder toll, wenn man sich gesehen hat und oft habe ich an das nächste Mal gedacht, auch wenn es mitunter wochen gedauert hat. In diesem Buch steckte nicht nur ein hohes Maß an guter, intelligenter Unterhaltung, sondern auch viel Wahrheit über das Zusammenleben von Menschen, über die Ambivalenz von Beziehungen, über das Streben nach dem guten Leben und die zerstörerische Kraft von Emotionen. Es ist kein Gute-Laune-Kracher, sondern die Geschichte von Menschen, die vom Scheitern gezeichnet sind. Jonathan Franzens „Freiheit“ ist nicht weniger als ein gewaltiger, meisterhaft geschriebener Roman, der es auf atemberaubende Art und Weise schafft, die großartigen Weiten individueller Lebensentwürfe liberaler Gesellschaften mit den Schatten der Abgründe selbst geschaffener Zwänge zu konterkarieren. Ein sehr amerikanisches Buch, das auch Nicht-Amerikanern viele Denkanstöße und Einsichten verschaffen kann – abgesehen von der, dass der gute Mr. Franzen ein wunderbarer Autor ist. Immer wieder grinste ich verblüfft zwischen die Buchdeckel, weil Franzen es mal wieder geschafft hatte, die Besonderheiten und Absonderlichkeiten des menschlichen Sozialverhaltens mit wenigen Worten so treffsicher zu pointieren. Dieser Mann hat eine rekordverdächtige Beobachtungsgabe, die nur von seinem Talent, diese Beobachtungen mit Worten zu beschreiben, getoppt wird. Ich kann nur jedem empfehlen, sich diesen 730 Seiten hinzugeben und gratuliere schon jetzt allen, die sich dazu entschließen.

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Einkommensungleichheit in den USA

Das sind nicht gerade Breaking News, aber es ist doch immer wieder erstaunlich zu lesen, wie groß die Ungleichheit in Bezug auf Einkommen (oder auch Vermögen) in Industrieländern ist. Heute: Die USA. Dazu die SZ auf Seite 3:

„Der Trend begann in den siebziger Jahren. Von 1970 bis heute haben sich die Gehälter von Amerikas Top-Managern real mehr als vervierfacht; derweil stieg der durchschnittliche Lohn inflationsbereinigt um nur karge 26 Prozent. Wer oben war, bekam immer schneller immer mehr: Das Einkommen des bestverdienenden Tausendstels der US-Gesellschaft stieg von 1970 bis 2008 um 385 Prozent auf 5,6 Millionen Dollar pro Jahr; die zweitbeste Schicht (die Top 0,1 bis 0,5 Prozent) legte um 141 Prozent auf 878.139 Dollar zu. Und die dritte Cremeschicht (die Top 0,5 bis 1,0 Prozent) verbesserte sich um 90 Prozent auf exakt 443.102 Dollar. Jene 137 Millionen Amerikaner, die die unteren 90 Prozent in der Einkommenspyramide ausmachen, haben von 1970 bis 2008 mit einem Realeinkommen von 31.244 Dollar nicht einen Cent dazugewonnen.“

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Goldmund – Unbraiding the sun

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Die Überfischung der Meere

Hier ein sehr schönes Lehr-Video (das wir Internetvideofachexperten auch visual essay nennen) über die Überfischung der Meere. Das Ganze ist offenbar eine Abschlussarbeit von Hendrick Streckenbach, der den rückläufigen Fischbestand der Weltmeere kurz, knapp und schön bebildert darstellt. Leider hat er keine Quellen angegeben und da ich bisher nur mitgeholfen habe, den Fischbestand zu reduzieren statt mich darüber zu informieren, kann ich nicht sagen wie verlässlich die Informationen sind. Nachlesen kann man dazu im Netz allerdings genug, z.B. beim WWF (die übrigens auch einen Einkaufsratgeber als übersichtliche PDF anbieten).

[via Mister Honk]

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Monster-Mashup: Girl Talk – All Day

„All Day“ von Girl Talk ist wahrscheinlich eins der besten Mashup-Alben, das mir bisher in die Finger gekommen ist. Der Mann samplet einfach haufenweise Altes (Ramones, Doors…), Mittelaltes (Rage against the machine, Aphex Twin) und Neues (Keine Ahnung wie das ganze neue Rap- und R&N-Zeug heißt, kennt man aber vom hören) und arrangiert daraus wieder neue Songs, die aber mal sowas von laut nach Tanzfläche schreien! Erfreulicherweise kann man das komplette CC-lizensierte Album hier runterladen.

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Bürger und andere Idioten

Die Demokratie muss nicht nur ihre Gegner aushalten, sondern auch ihre Idioten (wobei, zugegebenermaßen, die Schnittmengen zwischen den einen und den anderen oft nicht unerheblich groß sind). Nun könnte man wie Jan Fleischhauer zu recht bedauern, dass die „Gefühlskultur das Regierungshandwerk erreicht“ hat und sich die Exekutive in ihren Entscheidungen an der Angstfassade des Pöbels entlangtastet. Man könnte aber auch sagen, dass der Bürgerwille Beachtung findet und der „Volkssouverän“ seiner (demokratischen) Aufgabe nachkommt – schließlich steht in keiner demokratischen Verfassung der Welt, dass Mehrheitsentscheidungen keine Gültigkeit haben dürfen, wenn sie nicht wissenschaftlich untermauert und irgendwie irrational sind. Ganz nebenbei: Zum Glück!!! Denn es ist tatsächlich doch so: Die demokratischsten Demokratien der Welt können völlig katastrophale Entscheidungen treffen und die angesehensten Wissenschaftler unfassbaren Dünnschiss verzapfen. Man könnte sich in dieser ganzen Angelegenheit aber auch darüber lustig machen, wie schön bescheuert das Volk ist. Das geht besonders gut, wenn man wie Fleischhauer selbst auf der Sonnenseite der Intelligenznormalverteilung steht. Was man noch tun könnte: Die Ursache der kollektiven Angst nicht nur andeuten, sondern in den Fokus rücken: Die Sensationsmaschine „der Medien“. Nicht jeder hat die Voraussetzungen dafür, jedes Thema analytisch zu sezieren um sich ein rationales Urteil zu bilden, sondern vertraut auf diejenigen, denen er glaubt vertrauen zu können. Aber hey, schreibt ihr mal ne unterhaltsame Kolumne, in der ihr euch über „die Medien“ lustig macht!

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Geplante Obsoleszenz. Oder eben: „Kaufen für die Müllhalde“

Gestern habe ich bei Mario Sixtus eine nicht mehr ganz so frische Arte-Doku gefunden, die ein noch viel weniger frisches Thema behandelt: Der geplante Verschleiß bzw. Verfall industrieller Produkte. Für alle, die bei intelligent klingenden Wortschöpfungen (wie Prekariat oder Prokrastination) feuchte Hände bekommen könnte man auch „geplante Obsoleszenz“ sagen. Das bedeutet nichts anderes, als dass Produkte so hergestellt werden, dass sie ein eingebautes Death-Date haben, also nach einer bestimmten Zeit kaputt gehen. Ziel ist natürlich, dass der Verbraucher sich im Laden einfach einen neuen Drucker, iPod oder Weißichwas kauft. Das finden viele natürlich unglaublich schlimm – was als Verbraucher leicht nachvollziehbar ist. Neben den Mehrkosten als Verbraucher zieht eine solche Praxis für die höhere Produktion natürlich auch einen größeren Ressourcenverbrauch nach sich. Jetzt könnte man schimpfen, dass der Planet ausgebeutet und zerstört wird. Richtig, das war so und ist so. Aber deshalb gleich den Kapitalismus und das Wachstumsprinzip per se abzuschaffen klingt mir dann doch zu sehr nach ideologischem Eigentor. Da gefällt mir die in der Doku zum Abschluss geäußerte Idee doch schon viel besser, nämlich schlichtweg nachhaltig und somit Ressourcen schonend zu produzieren und letzten Endes weniger bzw. gar keinen Abfall mehr zu produzieren. Kurz gesagt: Recyceln galore! Womit wir u.a. wieder beim Thema erneuerbare Energien wären. Na jedenfalls mag die Doku an manchen Stellen etwas langatmig sein und stellenweise durch die Mystery-Hintergrundmusik einen verschwörungstheoretischen Beigeschmack entwickeln, ist aber trotzdem interessant und ein sehenswerter Beitrag zum Thema Konsumkritik.

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Facebook: Über erschlichene „Likes“ und das unerlaubte Sammeln von Nutzerdaten

Die meisten werden das schon einmal erlebt haben: Da klickt man bei Facebook auf einen Link, um sich irgendein interessant wirkendes Video anzuschauen, dass einer der FB-Freunde geliked hat und plötzlich wird der Link inkl. „like“ automatisch auf die eigene Pinnwand geklatscht. Wie das technisch funktioniert könnt ihr hier lesen:

Dass das datenschutzrechtlich ein Problem ist, ahnt man schon. Was genau an der Sache stinkt und wie weit das Problem geht, liest man hier. Der Knackpunkt ist folgender:

„Durch die Einbindung des Codes für das Facebook Social Plugin in die eigene Webseite ermöglicht der Webseitenbetreiber Facebook zu erfahren, wann ein Facebook Mitglied seine Webseite besucht. Zudem erhält Facebook Daten über die Interaktion mit dem Plugin. Hierin könnte die Übermittlung von personenbezogenen Daten durch den Webseitenbetreiber an Facebook im Sinne des § 3 Abs. 4 Nr. 3 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) liegen. Diese Übermittlung wäre dann nur zulässig, wenn hierfür eine Erlaubnisnorm existiert oder der Nutzer eingewilligt hat, § 4 Abs. 1 BDSG. Ohne Einwilligung oder Erlaubnisnorm ist eine Übermittlung rechtswidrig und stellt eine Ordnungswidrigkeit gemäß § 43 (2) Nr. 1 BDSG dar (bußgeldbewehrt bis 300.000 € gemäß § 43 (3) BDSG).“ (thomashelbig.com) (siehe auch den Bericht auf Chip.de)

Vor kurzem gab es deswegen die erste Abmahnung. Ich werde jedenfalls erstmal auf FB keine externen Links klicken und das umständliche an- und abmelden wieder einführen.

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