An? Aus!
Waaah! Jemand hat aus meinem Tagesablauf eine Maschine gebaut!
[Danke flo]
Waaah! Jemand hat aus meinem Tagesablauf eine Maschine gebaut!
[Danke flo]
Symbolische Politik ist so alt wie die Politik selbst. Sie ist eine logische Folge des menschlichen Kommunikationsverhaltens und als solche nicht per se unmoralisch weil unehrlich. Symbolische Politik verdichtet Informationen und setzt damit Zeichen, die durchaus spürbare Veränderungen nach sich ziehen können.
Angreifbar wird Symbolpolitik wenn sie keinerlei faktischen Bezug mehr hat, sich also auf das Zeichenhafte beschränkt. Wer symbolische Politik um des Symbols Willen betreibt, der muss sich den Vorwurf der Scheinpolitik gefallen lassen: Man tut so als ob, bzw. gibt vor etwas zu tun oder zu sein, wobei sich die Inszenierung im Symbolhaften erschöpft.
In der jüngsten Vergangenheit der deutschen Innenpolitik gibt es zwei Beispiele für lupenreine Scheinpolitik. Das erste betrifft den Zensurvorstoß von Ursula von der Leyen, die signalisieren will, dass sie sich mit vollem Einsatz gegen Kinderpornographie engagiert indem sie entsprechende Webseiten sperrt. Mit Ausnahme der pädophilen Konsumenten und Geschäftemacher kann Von der Leyen dabei auf die volle Zustimmung der Bürger zählen, schließlich zählt Kinderpornographie zu den widerlichsten und schwersten Verbrechen überhaupt. Leider nur ist die Internetsperre in sekundenschnelle einfach zu umgehen, sorgt das statt der Webseiten angezeigte Stoppschild gerade für die Kennzeichnung kinderpornographischer Inhalte und ist außerdem völlig undurchsichtig, wer wie entscheidet welche Inhalte zensiert werden. Der politische Vorstoß der inzwischen “Zensursula” genannten Ministerin ist demnach nicht nur wirkungslos (was die Zielführung betrifft), sondern greift auch empfindlich in die Grundrechte und das Recht auf Informationsfreiheit ein. Was bleibt ist also zum Einen der gewünschte oberflächliche Eindruck, die Familienministerin tue was gegen Kinderpornographie und zum Anderen die geplante Institutionalisierung einer Zensur des Internets, die weder Bürger noch Parlament kontrollieren können.
Endlich habe ich es geschafft meine Wordpress-Installation mal auf den aktuellsten Stand zu bringen. Nachdem ich bis vorhin noch Version 2.3.1 genutzt habe bin ich jetzt gespannt was Version 2.7.1 so bringt. Zwar kam ich mit 2.3.1 immer gut klar, aber irgendwann hatte sich die Installation aus mir unerklärlichen Gründen selbst zerschossen und ich konnte die Seite teilweise nicht mehr (um)gestalten. Jetzt funktioniert hoffentlich wieder alles. Die neue Admin-Oberfläche sieht jedenfalls schon mal sehr schick und übersichtlich aus. Hoffentlich werde ich die in Zukunft öfter zu Gesicht bekommen und meine Posting-Frequenz etwas nach oben schrauben können. Der erste Schritt ist hiermit getan.
In diesem Sinne, bis demnächst!
Manche sehen im Internet einen anarchischen Raum, in dem man sich nimmt was man braucht und macht was man will. Dass dem nicht so ist und die Kontrolle über Daten ausgebaut wird zeigt sich beispielsweise in der Sperrung von Videoangeboten für Zugriffe aus bestimmten Ländern (”this video ist not available in your country”) oder der Auflage von Handy-Providern, dass die Nutzung von Voice-over-IP-Programmen über die mobile Datenleitung verboten sind. Durch den unüberlegten, symbolpolitischen Vorstoß der Bundesregierung, kinderpornographische Inhalte auf dilettantische Art und Weise sperren zu wollen wird deutlich, dass nicht nur Provider sondern auch die Politik versucht Hürden im Netz aufzubauen, die zu bedenklichen Einschränkungen der Nutzung von Internet-Daten führen kann. Was Netzneutralität will und vor allem dessen Beschneidung bedeutet, das erklärt der Elektrische Reporter wie immer vorbildlich in seiner neuesten Folge:
Die Apology Line ist eine Telefonnummer, bei der jeder anonym anrufen und sich entschuldigen kann – für was auch immer. James Lee hat aus den interessantesten Anrufen einen zehnminütigen Kurzfilm gemacht, der manchmal erstaunlich ehrlich, dann wieder richtig lustig und im nächsten Moment ziemlich schockierend ist – ein absolutes Must-Watch, gezeigt vor ein paar Tagen auf arte.
[thx flo]
Von dieser isländischen Band, deren Name eigentlich nur ein schlechter Scherz sein kann – Hjaltalin eben – wurde mir soeben via Twitter ein Lied empfohlen, dass den angenehm einfach auszusprechenden Namen “Traffic Music” trägt. Hiermit verleihe ich diesem Stück das Prädikat “sehr schön gemacht” und muss auch dem Videokünstler einen kräftigen virtuellen Schulterklopfer spendieren. Kurz: Ich bin begeistert.
[via @nilzenburger]
“Toleranz ist ja doch bloss Appeasement” überschreibt Joachim Günter seinen Beitrag in der NZZ, der sich mit drei Autoren der “Achse des Guten” (achgut.com) beschäftigt. Zwar habe ich die diskutierten Bücher nicht gelesen, doch in anderen Beiträgen von Broder und seinen Mitstreitern widert mich genau diese von Günter beschriebene Haltung an: “Kulturrelativistische Erklärungen, welche sich den Motiven der Täter widmen, sind [ihnen] ein Greuel; stets [wittern sie] eine Verharmlosung der Tat und eine Verhöhnung der Opfer.” “Raum für Abwägungen und Zwischentöne” bleibt da keiner mehr. Wer differenziert ist gleich tolerant, ist gleich ein passiver Unterstützer von Freiheitsfeinden. Basta! Broder hält Analytiker für Witzfiguren und schreibt lieber emotional statt rational. Doch gerade so emotional aufgeladenen Themen wie der Nahostkonflikt oder Muslime in Europa müssen analytisch angegangen werden wenn man an einer Lösung der bestehenden Probleme interessiert ist. Polemisches Gebelle wirkt schlichtweg eskalierend weil es die nötige faktenbasierte Auseinandersetzung durch Provokation ersetzt.
[via Herr_Marx per Email]
War ja nur eine Frage der Zeit bis die Werbung Flashmobs entdeckt. Vor ein paar Tagen hat nun also T-Mobile (UK) an der Liverpool Street Station flashmobben lassen. Und das ist ihnen so gut gelungen, dass auch ich vor dem viral Spot-Virus in die Knie gehe. Böddesehr:
[via Alltagskakophonie]
Man kann es nicht anders sagen: Das Wahlergebnis in Hessen ist eine grandiose Scheiße. Was die Sache erträglicher macht: Die grandiose Scheiße war abzusehen. Doch eins nach dem anderen. Warum ist es eine grandiose Scheiße? Nun, die von Roland Koch angeführte CDU wird mit guten 37 Prozent die stärkste Partei und gewinnt den Pott. Zusammen mit der triumphierenden FDP, die mit guten 16 Prozent ein Rekordergebnis verbuchen kann, wird sie eine solide schwarz-gelbe Mehrheit bilden und ihre brutalststinkende Politik weiterhin betreiben. Die SPD dagegen ist abgehängt und gümbelt mit weniger als 24 Prozent im Wiesbadener Abseits. Dabei kann man der eilig berufenen Galionsfigur, Thorsten Schäfer-Gümbel, keinen Vorwurf machen. Er hat sich in Bestzeit zum sehr vorzeigbaren Spitzenkandidaten gemausert, hat einen hoch innovativen Wahlkampf geführt und hat mit viel Engagement viele neue Freunde gefunden. Er war in sämtlichen großen Social Networks vertreten, hat sich per Youtube-Video zu Wort gemeldet und via Twitter mit dem Wahlvolk kommuniziert – womit er (leider) eine einsame Ausnahmeerscheinung in deutschen Politikerkreisen ist. Seine Wahlkampfkommunikation ist daher nicht weniger als vorbildlich und sehr zur Nachahmung zu empfehlen – vor allem weil es die Distanz zum Wähler schmilzen lässt. Doch Äbbelwoi-Obama hin, Webzwonull-Affinität her: Den ganzen Beitrag lesen »

Chesley Sullenberger wird auf der ganzen Welt gefeiert, weil er einen voll besetzten Airbus 320 sicher auf dem Hudson River notgewassert hat. Gefeiert wird auch das Web 2.0. Denn die erste Berichterstattung hat nicht CNN oder MSNBC geliefert, sondern Janis Krums, der seine rund 3.000 Follower wenige Minuten nach dem Unfall über Twitter informiert hat. Um 15.26 Uhr hob US Airways 1549 vom New Yorker Flughafen LaGuardia ab. Um 15.31 Uhr setzte die Maschine auf dem Hudson auf und um 15.36 Uhr twitterte @jkrums: “There’s a plane in the Hudson. I’m on the ferry going to pick up the people. Crazy.” Über Twitpic veröffentlichte er gleichzeitig das erste Foto vom Unfallort, das er mit seinem iPhone aufgenommen hat (links).
20 Minuten später war der erste Wikipedia-Artikel online: US Airways Flight 1549. Hier findet sich auch das meines Wissens nach einzige Video (Länge 10 Minuten) von der Notwasserung selbst, aufgenommen von einer Überwachungskamera der Coast Guards.
Natürlich war zu erwarten, dass einmal mehr die Frage durch das Netz geistert, ob denn nun der “Bürgerjournalismus” so richtig in Fahrt komme und ob damit die “Sternstunde für Twitter, den seltsamen Kurznachrichtendienst” schlägt. Zuerst einmal ist Twitter weder seltsam, noch ein Kurznachrichtendienst – auch wenn er z.B. von SpOn dazu benutzt wird. Twittern, das ist Bloggen in klein. Und Bloggen ist weder im Mikro-, noch im Makroformat gleich Journalismus, auch wenn so mancher Blog-Autor die Rolle des Journalisten einzunehmen versucht bzw. einnimmt. Die Möglichkeiten des Webzwonull bieten vielmehr eine Ergänzung zu den klassischen Nachrichtenmedien, die Informationen schneller, ausgewogener und besser machen können.
[via heise]
[update]
Übrigens: Wer sich wie ich gewundert hat, warum das Flugzeug nicht einfach abgesoffen ist nach der Notlandung findet hier die Antwort.
“A Benjamin Franklin expert reveals his controversial theory about the discovery of electricity. Witness history told as it’s never been told before…Drunk. Derek Waters Presents: Drunk History vol. 2 – Featuring Jack Black”
Zwei Computer telefonieren miteinander über einen Server im Iran. Die Stimmen sind ebenso generiert wie der Inhalt, der mit Schlüsselwörtern gespickt ist, die beim BKA alle Alarmlampen blinken lassen: Bombe, Koranverse, Ungläubige, aber auch Reproduktion, marxistisch-leninistisch, Prekarisierung. Hinter dieser Aktion steckt der Komponist Johannes Kreidler (”Sehr verdächtig. Gut, dass das alles abgehört und gespeichert wird!”), der gleichzeitig noch seine eigene Musik während des Telefonats abspielt. Wenn das BKA also zuhört, begehen die Beamten eine Urheberrechtsverletzung. Kreidler fordert: “Die GEMA muss jetzt das BKA in meinem Auftrag abmahnen!” Vor allem aber fordert er: Schluss mit der Telekommunikationsüberwachung, Schluss mit der Vorratsdatenspeicherung.
[via Heise online]
Werte Rezipienten und Musikfreunde, ich erkläre hiermit feierlich meine Rückkehr auf die Rock ‘n Roll-Bühnen dieser Welt – mit neuem Instrument (Bass) und neuer Band: “Sometimes Go”. Das sind vier alte Hasen – Dennis (Dear Diary), Ingo (Losone), Simon (The Bleech; Colourful Grey) und meine Person (The Bleech) – die längst nicht mehr vom Rockstardasein träumen, aber nochmal zeigen wollen, dass sie wissen wo der Barthel den Most holt.
Auf unserer Myspace-Seite (www.myspace.com/sometimesgo) stehen drei von fünf Liedern online, die wir im Sommer aufgenommen haben (Wer von euch damals mit uns den Chor eingesungen hat wird sich vielleicht über Lied Nr.3 freuen – “Turns to Gold”). Fotos, eine kurze Bandinfo und die Möglichkeit, uns etwas ins Gästebuch zu schreiben gibts dort auch.
Am allerwichtigsten ist an dieser Stelle aber die Ankündigung, dass wir am kommenden Dienstag, den 2.12., im Gießener MuK unser Debüt feiern und zusammen mit den fabelhaften “This Town Needs Guns” spielen werden. Los gehts um 20 Uhr, Eintritt 7 Euro.
Bis dann!