Personifizierter Spam – Analog Plugin wanted!
Spam kennt viele Kanäle: Email, Kommentarfunktion, Post, Telefon usw. Während sich die ersten beiden Kanäle inzwischen ganz gut filtern lassen, ist das bei den letzten beiden schon schwieriger. Eine ganz eigene Problemkategorie füllen die Klinkenputzer, die quasi als personifizierter Spam daherkommen. Gestern klingelte beispielsweise wieder mal ein Mädel, vielleicht 17 oder 18 Jahre alt, und wollte mir was von Arcor-Angeboten erzählen. Da sie mir – wie ihr Kollege, der mich einst schon beehrt hat – zuerst die lustige Frage stellte, ob ich denn einen Telefonanschluss besitze, weiß ich, dass die Drückerkolonne von Arcor einen einheitlichen “Verträge andrehen leicht gemacht”-Einführungskurs verabreicht bekommt. Bei der Umsetzung der Verkaufsstrategie hapert es allerdings. Die junge Dame machte den Eindruck, als ob sie die Schule schwänzt und sich von der Provision eine Stange Kippen und zwei Flaschen Wodka kaufen will. Das schreckt natürlich ab. Ähnlich wie der Email-Betreff “Rolex special offer”. Aber wie das nun mal auch bei Spam-Mails der Fall ist: Irgendjemand klickt immer auf den Link und lässt sich was andrehen. Man muss es nur oft genug versuchen. Sicher klingelte sich auch das Mädel unbeirrt weiter nach oben in den 5. Stock, um dann von Oma F. empfangen zu werden, die froh war endlich jemanden mit Plätzchen und Kakao versorgen zu können. Wahrscheinlich hat sie aus Dankbarkeit für die Gesellschaft eine 16.000er DSL-Flat bestellt hat, obwohl sie schon mit ihrer neuen Fernbedienung überfordert ist…
Eine bahnbrechende Idee für einen Spam-Filter an der Wohnungstür ist mir leider noch nicht gekommen. Wahrscheinlich müsste man da mit Blacklists arbeiten. Ließe sich allerdings das in diesem Blog genutzte Mathe-Plugin aus der Kommentarfunktion an der Türklingel installieren, hätte ich die Spam-Tussi von gestern sicherlich schon ins Trudeln bringen können.








27. November 2007 um 11:55 Uhr
Sonja sagt,
Zumindest hat das Mädchen gleich gesagt, was sie will. Nicht so wie diese komischen ehemaligen Drogenabhängigen, die dir erst ein paar Fragen stellen wollen und denen du dann ein Zeitungsabo abkaufen sollst, um sie zu unterstützen. Schliesslich hast du ja vorher gesagt, dass du keine Vorurteile gegen Drogenabhängige hast. Oder etwa doch?
27. November 2007 um 19:07 Uhr
Hoss sagt,
Oh ja, die sind mir auch schon mehrmals begegnet. Beim ersten Mal habe ich die sogar noch in die Wohnung gelassen und mich vollquatschen lassen. Dabei war ich schon bei der angeblichen Umfrage ausgesprochen skeptisch. Denn das Empirie- und Statistikseminar, das ich zu der Zeit gerade besucht habe, hatten die Vögel sich definitiv nicht gegönnt. Als sie dann mit Zeitschriften-Abos anfingen, mit denen sie sich “ein neues Leben aufbauen möchten”, habe ich die Sache dann endlich abgebrochen. Unsere ehemalige Mitbewohnerin hingegen kriegt heute noch die TV-Spielfilm geliefert…