Change, change, change! Und sonst? – Warum der Wahlkampf um das Weiße Haus so frustrierend ist

Obama oder Clinton? Die entscheidende politische Frage dieses Jahres kreist um diese beiden Namen. Egal wer die Vorwahlen der Demokraten nun endgültig gewinnt, die Chancen stehen gut, dass der oder die Sieger/in das Rennen macht, im Kampf um die Besetzung einer der weltweit wichtigsten Schaltzentralen der Macht.

Wie bei jedem US-Präsidentschaftswahlkampf werden gigantische Summen für Werbekampagnen ausgegeben. Der Medienrummel ist enorm. Vor allem enorm ernüchternd. Die Welt sorgt sich um Fragen wie: Welches ist die größere Sensation, eine Frau oder ein Schwarzer im Weißen Haus? Ist Obama überhaupt richtig schwarz? Waren Hillarys Tränen echt vor den Vorwahlen in New Hampshire? Sorgt Obama für frischen Wind oder kommt mit Clinton der alte Muff nach Washington zurück?

“Change” schreien die Kandidaten so laut sie können. Sobald irgendwo ein Mikrofon auftaucht kotzen sie es stoisch der Welt entgegen: Chaaaaaange! Und die Menschen schreien zurück: Hurraaaaa! Alle sind sich einig. Ein Amerika ohne Change, das kommt nicht in Frage. Amerika ist großartig, Gott schütze das Land und seine Menschen, alles muss sich ändern. Wie Aufziehpuppen wiederholen sie die unkaputtbaren Slogans des amerikanischen Wahlkampfs.

Nun darf man sich weder wundern über die Medienberichterstattung, noch über die Auftritte der Kandidaten. Die Wähler wollen charismatische Popstars, keine intelligenten Analytiker. Politik beschränkte sich noch nie auf die Verwaltung von Sachzwängen. Imagekampagnen und Impressionmanagement gehören dazu. Man darf sich also nicht wundern über die Abläufe solcher Wahlkämpfe. Ärgern darf man sich schon. Denn leider vermisst man viel zu viele Antworten auf viel zu viele Fragen.

Im Januar wies bereits Helmut Schmidt auf die fremd verschuldete Unwissenheit hin. In der ZEIT formulierte er zwölf außenpolitische Fragen an die Kandidaten und schrieb: “Liebe Amerikaner, was kann die Welt von euch erwarten?” Man möchte den Artikel glatt übersetzen und in die Vereinigten Staaten schicken: “Bitteee, nun sagt doch schon was!” Stattdessen werden gebetsmühlenartig die alten Mantras gestreut und die Medien berichten über den “verschärften Ton” von Hillary und “die angebliche Fast-Romanze von McCain“.

Kategorie: politisch | 1 Kommentar

1 Kommentar bisher

RSS Feed abonnieren oder TrackBack 'Change, change, change! Und sonst? – Warum der Wahlkampf um das Weiße Haus so frustrierend ist'.

  1. 27. Februar 2008 um 22:22 Uhr

    Linda sagt,

    Sehr traurig, aber doch so wahr!

Einen Kommentar schreiben

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

blogg.de-Archiv

Ältere Beiträge (Okt. 2003 - Nov. 2007) sind weiterhin zu finden unter hoss.blogg.de