<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:itunes="http://www.itunes.com/dtds/podcast-1.0.dtd"
	xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/"
	>
<channel>
	<title>Kommentare zu: Das Verfassungsgericht bestätigt das Inzestverbot &#8211; Die Begründung für das Urteil ist allerdings fragwürdig</title>
	<atom:link href="http://www.khossmos.org/index.php/2008/03/16/das-verfassungsgericht-bestatigt-das-inzestverbot-die-begrundung-fur-das-urteil-ist-allerdings-fragwurdig/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.khossmos.org/index.php/2008/03/16/das-verfassungsgericht-bestatigt-das-inzestverbot-die-begrundung-fur-das-urteil-ist-allerdings-fragwurdig/</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Tue, 17 Nov 2009 21:35:56 +0100</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.8</generator>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
		<item>
		<title>Von: &#8220;Zeitgeistwillkürliche Sozialisierung statt Vernunft&#8221; - Leserkommentar zum Inzestverbot auf :::kHOSSmos:::</title>
		<link>http://www.khossmos.org/index.php/2008/03/16/das-verfassungsgericht-bestatigt-das-inzestverbot-die-begrundung-fur-das-urteil-ist-allerdings-fragwurdig/comment-page-1/#comment-42</link>
		<dc:creator>&#8220;Zeitgeistwillkürliche Sozialisierung statt Vernunft&#8221; - Leserkommentar zum Inzestverbot auf :::kHOSSmos:::</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Mar 2008 11:15:12 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.khossmos.org/index.php/2008/03/16/das-verfassungsgericht-bestatigt-das-inzestverbot-die-begrundung-fur-das-urteil-ist-allerdings-fragwurdig/#comment-42</guid>
		<description>[...] letzten Beitrag über das Inzest-Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat Florian einen Kommentar geschrieben, den [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] letzten Beitrag über das Inzest-Urteil des Bundesverfassungsgerichts hat Florian einen Kommentar geschrieben, den [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: florian</title>
		<link>http://www.khossmos.org/index.php/2008/03/16/das-verfassungsgericht-bestatigt-das-inzestverbot-die-begrundung-fur-das-urteil-ist-allerdings-fragwurdig/comment-page-1/#comment-41</link>
		<dc:creator>florian</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Mar 2008 02:19:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.khossmos.org/index.php/2008/03/16/das-verfassungsgericht-bestatigt-das-inzestverbot-die-begrundung-fur-das-urteil-ist-allerdings-fragwurdig/#comment-41</guid>
		<description>Dieser Mann muss wiederholt ins Gefängnis, er wird von seiner Frau und seinen Kindern getrennt und diese von ihm. Das Gericht unterstellt seinem Verhalten eine familien- und sozialschädliche Wirkung, welche es selbst mit diesem Urteil in kaum zu überbietendem Ausmass ausübt. 
Diese angebliche Wirkung erinnert mich stark an ähnliche Unterstellungen gegenüber Homosexuellen, die man auch heute noch hin und wieder hören kann: Homosexualität sei ein erlernbares Fehlverhalten und ihre Akzeptanz habe daher eine verderbliche Wirkung auf Jugend und Kultur. Was für ein Zynismus gegenüber all den Schwulen, die in so intoleranten Lernumgebungen aufwuchsen, dass sie ihr Leben lang ihre Sexualität verleugnen und verstecken mussten. Das einzige was sie von ihrer Umgebung lernen konnten war der Zwiespalt aus Hass und Selbsthass, in den sie von ihr gestossen wurden.

Kaum zu unterbieten ist die eugenische Begründung. Wie das Gericht selbst bemerkt, ist dergleichen nicht bewiesen. Mit anderen Worten: es ist ein altes Märchen, in etwa wie dass man vom wichsen blind wird. Dagegen sind bereits heute die genetischen Ursachen für einige Erbkrankheiten, die massive geistige Behinderungen zur Folge haben, genau bekannt. Trägt ein Elternteil ein Huntington-Allel, beträgt die Wahrscheinlichkeit es zu vererben 50%, der Ausbruch der Krankheit nochmal 50%, also eine 25%ige Garantie auf eine lange, furchtbare, unheilbare Krankheit mit schwerster geistiger Behinderung, die immer tödlich endet - das ist eine miesere Quote als beim russischen Roulette. Trotzdem dürfen sich diese Menschen unbehelligt fortpflanzen.

Dieses Urteil ist unfassbar, aber es steht in guter Tradition: Homosexuelle wurden jahrzehntelang in der Bundesrepublik nicht anders behandelt. Hier hat sich die öffentliche Meinung gewandelt. Heute ist es eine empörte Nachricht wert, wenn eine drittklassige US-Abgeordnete behauptet, Homosexuelle seien eine grössere Gefahr als der Terrorismus: http://www.tagesschau.de/ausland/sallykern2.html 
Als ob es selbstverständlich wäre, dass dies eine menschenverachtende, faschistische Überzeugung sei, ein Paradebeispiel von Intoleranz und Xenophobie. Das ist es aber noch nicht so lange. Vor vierzig Jahren wurden Schwule in Deutschland eingebuchtet, nur weil sie schwul waren - und nicht nur für ein paar Wochen. Sie wurden von ihren Nachbarn angezeigt, von ihren eigenen Eltern - und diese Vorgehensweise war Konsens. Dass Homosexualität so weit geduldet wird, dass sich schwule Politiker offen zu ihrer Natur bekennen können, ist erst seit wenigen Jahren der Fall. 

Vergleicht man die internationale Gesetzgebung, wie das Gericht vorgibt es getan zu haben, so fände man für den juristischen Umgang mit Homosexualität genügend Rückhalt für lebenslange Freiheitsstrafen oder sogar Todesstrafe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Rechtsstatus-Homosexualitaet-Welt.png
Möchte man sich nicht mit solchen Dritte-Welt-Ländern und Gottesstaaten, sondern lieber an seinesgleichen messen, so ist diese angebliche internationale Norm des Inzests jedoch schwer zu entdecken, denn dieser ist in vielen solchen Ländern völlig strafffrei: z.B. in Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Spanien, Portugal, Japan, Schweden, und auch in Russland, China, Brasilien, Argentinien und der Türkei. Fragt sich also auf wen sich diese Norm eigentlich bezieht.

Wesentlich schwerwiegender als solche leichtfertig begangenen juristischen Irrtümer ist die dadurch erfolgte Aufwertung der Geisteshaltung, die dahintersteckt. Man kann unterscheiden zwischen einer öffentlichen und einer privaten Meinung. Die öffentliche Meinung wird zunehmend liberaler, aber ich fürchte die private Meinung ist wie eh und je ein fruchtbarer Grund für Intoleranz und Grausamkeit, und genau dieser Acker wird von diesem Urteil bedüngt. Anonyme und damit auf die private Meinung abzielende Befragungen zeigen unfassbare Verbreitungen von Fremdenfeindlichkeit; im Osten gibt die Mehrzahl der Befragten an, sich ein totalitäres System zu wünschen. Wie kann das sein? Nicht wenige Menschen können offensichtlich nichts mit dem bisschen Freiheit anfangen, das heute möglich ist. Eher erzeugt es eine latente Angst - um die eigene Identität, die hier plötzlich relativierbar wird. Denn diese Identität ist auf eine zeitgeistwillkürliche Sozialisierung gebaut und nicht auf Vernunft. Menschen halten an übernommenen Regeln und Vorstellungen so fest wie diese sie festhalten. Vielseitigkeit und Verhandelbarkeit sind ihren Augen Unordnung, Konkurrenz und Unsicherheit. Sie fühlen sich davon bedroht undihr Verstand macht dicht. Sie sind nicht an Einsicht in Dinge interessiert. Sie wollen nichts verstehen. Sie wollen nicht Dinge in Frage stellen. Diese Menschen sind in der Mehrheit, DAZU brauche ich keine Forsa-Umfrage mehr. Diese Menschen waren und sind die grösste Gefahr für Deutschland, ja - und sicherlich eine grössere als jeder Terrorismus.

Vor allem wenn sieben davon Bundesverfassungsrichter sind.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Mann muss wiederholt ins Gefängnis, er wird von seiner Frau und seinen Kindern getrennt und diese von ihm. Das Gericht unterstellt seinem Verhalten eine familien- und sozialschädliche Wirkung, welche es selbst mit diesem Urteil in kaum zu überbietendem Ausmass ausübt.<br />
Diese angebliche Wirkung erinnert mich stark an ähnliche Unterstellungen gegenüber Homosexuellen, die man auch heute noch hin und wieder hören kann: Homosexualität sei ein erlernbares Fehlverhalten und ihre Akzeptanz habe daher eine verderbliche Wirkung auf Jugend und Kultur. Was für ein Zynismus gegenüber all den Schwulen, die in so intoleranten Lernumgebungen aufwuchsen, dass sie ihr Leben lang ihre Sexualität verleugnen und verstecken mussten. Das einzige was sie von ihrer Umgebung lernen konnten war der Zwiespalt aus Hass und Selbsthass, in den sie von ihr gestossen wurden.</p>
<p>Kaum zu unterbieten ist die eugenische Begründung. Wie das Gericht selbst bemerkt, ist dergleichen nicht bewiesen. Mit anderen Worten: es ist ein altes Märchen, in etwa wie dass man vom wichsen blind wird. Dagegen sind bereits heute die genetischen Ursachen für einige Erbkrankheiten, die massive geistige Behinderungen zur Folge haben, genau bekannt. Trägt ein Elternteil ein Huntington-Allel, beträgt die Wahrscheinlichkeit es zu vererben 50%, der Ausbruch der Krankheit nochmal 50%, also eine 25%ige Garantie auf eine lange, furchtbare, unheilbare Krankheit mit schwerster geistiger Behinderung, die immer tödlich endet &#8211; das ist eine miesere Quote als beim russischen Roulette. Trotzdem dürfen sich diese Menschen unbehelligt fortpflanzen.</p>
<p>Dieses Urteil ist unfassbar, aber es steht in guter Tradition: Homosexuelle wurden jahrzehntelang in der Bundesrepublik nicht anders behandelt. Hier hat sich die öffentliche Meinung gewandelt. Heute ist es eine empörte Nachricht wert, wenn eine drittklassige US-Abgeordnete behauptet, Homosexuelle seien eine grössere Gefahr als der Terrorismus: <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/sallykern2.html" rel="nofollow">http://www.tagesschau.de/ausland/sallykern2.html</a><br />
Als ob es selbstverständlich wäre, dass dies eine menschenverachtende, faschistische Überzeugung sei, ein Paradebeispiel von Intoleranz und Xenophobie. Das ist es aber noch nicht so lange. Vor vierzig Jahren wurden Schwule in Deutschland eingebuchtet, nur weil sie schwul waren &#8211; und nicht nur für ein paar Wochen. Sie wurden von ihren Nachbarn angezeigt, von ihren eigenen Eltern &#8211; und diese Vorgehensweise war Konsens. Dass Homosexualität so weit geduldet wird, dass sich schwule Politiker offen zu ihrer Natur bekennen können, ist erst seit wenigen Jahren der Fall. </p>
<p>Vergleicht man die internationale Gesetzgebung, wie das Gericht vorgibt es getan zu haben, so fände man für den juristischen Umgang mit Homosexualität genügend Rückhalt für lebenslange Freiheitsstrafen oder sogar Todesstrafe:<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Rechtsstatus-Homosexualitaet-Welt.png" rel="nofollow">http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:Rechtsstatus-Homosexualitaet-Welt.png</a><br />
Möchte man sich nicht mit solchen Dritte-Welt-Ländern und Gottesstaaten, sondern lieber an seinesgleichen messen, so ist diese angebliche internationale Norm des Inzests jedoch schwer zu entdecken, denn dieser ist in vielen solchen Ländern völlig strafffrei: z.B. in Frankreich, Belgien, Niederlande, Luxemburg, Spanien, Portugal, Japan, Schweden, und auch in Russland, China, Brasilien, Argentinien und der Türkei. Fragt sich also auf wen sich diese Norm eigentlich bezieht.</p>
<p>Wesentlich schwerwiegender als solche leichtfertig begangenen juristischen Irrtümer ist die dadurch erfolgte Aufwertung der Geisteshaltung, die dahintersteckt. Man kann unterscheiden zwischen einer öffentlichen und einer privaten Meinung. Die öffentliche Meinung wird zunehmend liberaler, aber ich fürchte die private Meinung ist wie eh und je ein fruchtbarer Grund für Intoleranz und Grausamkeit, und genau dieser Acker wird von diesem Urteil bedüngt. Anonyme und damit auf die private Meinung abzielende Befragungen zeigen unfassbare Verbreitungen von Fremdenfeindlichkeit; im Osten gibt die Mehrzahl der Befragten an, sich ein totalitäres System zu wünschen. Wie kann das sein? Nicht wenige Menschen können offensichtlich nichts mit dem bisschen Freiheit anfangen, das heute möglich ist. Eher erzeugt es eine latente Angst &#8211; um die eigene Identität, die hier plötzlich relativierbar wird. Denn diese Identität ist auf eine zeitgeistwillkürliche Sozialisierung gebaut und nicht auf Vernunft. Menschen halten an übernommenen Regeln und Vorstellungen so fest wie diese sie festhalten. Vielseitigkeit und Verhandelbarkeit sind ihren Augen Unordnung, Konkurrenz und Unsicherheit. Sie fühlen sich davon bedroht undihr Verstand macht dicht. Sie sind nicht an Einsicht in Dinge interessiert. Sie wollen nichts verstehen. Sie wollen nicht Dinge in Frage stellen. Diese Menschen sind in der Mehrheit, DAZU brauche ich keine Forsa-Umfrage mehr. Diese Menschen waren und sind die grösste Gefahr für Deutschland, ja &#8211; und sicherlich eine grössere als jeder Terrorismus.</p>
<p>Vor allem wenn sieben davon Bundesverfassungsrichter sind.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
</channel>
</rss>
