Lidl goes Stasi 2.0
Nicht nur der böse Mann mit dem kleinen Bart ist noch lange nicht tot. Auch die bösen Männer mit den großen Augen und Ohren sind noch lange nicht tot. Wie Stern.de heute berichtet überwacht Lidl seine Mitarbeiter in allerbester Stasi-Manier. Per versteckter Kamera werden Kassierer und Co. ausspioniert und ihr Verhalten protokolliert:
“Der Lebensmitteldiscounter Lidl ließ voriges Jahr systematisch die Beschäftigten in zahlreichen Filialen überwachen. Dem stern und stern.de liegen mehrere Hundert Seiten interner Lidl-Protokolle vor, in denen jeweils mit Tag und Uhrzeit notiert, wann und wie häufig Mitarbeiter auf die Toilette gehen, wer mit wem möglicherweise ein Liebesverhältnis hat, wer nach Ansicht der Überwacher unfähig ist oder einfach nur “introvertiert und naiv wirkt.” Die meisten dieser Einsatzberichte stammen aus Lidl-Filialen in Niedersachsen, dazu kommen einzelne Abhörberichte aus Rheinland-Pfalz, Berlin und Schleswig-Holstein.” (Stern)
Ausschnitte aus den Überwachungsprotokollen hat Stern.de hier und hier bereits veröffentlicht. Notgedrungen hat Lidl das Anfertigen von Protokollen auch zugegeben. Ansonsten hält sich der Konzern aber – wie gewohnt – mit öffentlichen Stellungnahmen zurück. Dass Lidl – falls sich die Vorwürfe bewahrheiten – auf derbste Art und Weise die Grundrechte seiner Mitarbeiter verletzt muss dabei wohl nicht mehr erwähnt werden. Wenn ich jedenfalls höre was Stern-Reporter Arnsberger zu seinen Recherchen berichtet, dann kommt mir nicht nur das Soja-Gyros von heute mittag wieder hoch:







