Die Träumer

träumerJa ich weiß, ihr wollt wahrscheinlich alle heute Abend Germany’s next Topmodel gucken. Schließlich wird es spannend, denn “Vanessa muss viel Haut zeigen“: “‘Als wir das gehört haben, dachten wir nackt? Nur mit den Haaren? Oh je … ‘, sagt Vanessa. Doch die Zweifel sind schnell verflogen…”

Wer selbst noch Zweifel hegt, ob er sich die nackige Vanessa – allein umhüllt von endlosem Zickenterror und noch endloseren Werbeblocks – reinziehen muss, dem sei hiermit ein Alternativprogramm empfohlen: Die Träumer (21 Uhr, arte). Ein sehr schöner Streifen mit drei Filmstudenten im Paris der 68er zwischen Cinephilie, politischen Utopien und Rebellentum. Und wie sich das für einen Film über die Zeit der freien Liebe so gehört gibts auch noch ein paar Nackedeis zu sehen. So oder so: Es geht also auch ohne Vanessa…

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La bouteille musicale – oder: Recycling mal anders

flaschenautoMusik hören kann jeder. Musik machen können nicht so viele. Erst ein Instrument bauen und dann darauf spielen, das machen die wenigsten. Wenn man sich dafür aber die Zeit nimmt und nicht gerade eine Gitarre (laaangweilig) oder eine Trommel (*gähn*) basteln möchte, dann scheinen Glasflaschen voll im Trend zu sein. Das Ergebnis kann sich zumindest sehen und manchmal auch hören lassen:

[via]

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Scarlett Johansson macht Musik – Hoffentlich nicht mehr lange…

Nachdem mich mein Mitbewohner gestern Abend darüber informiert hat, dass der sagenhafte Tom Waits und die wunderbare Scarlett Johansson zusammen Musik machen, da habe ich mich noch gefreut wie ein kleines Kind. Schließlich sollte man meinen, dass nur etwas Großartiges dabei herauskommen kann, wenn einer der besten Musiker ever mit einer der hübschesten Frauen ever ein musikalisches Joint Venture startet. Als ich dann heute erfahren habe, dass außerdem David Bowie (!), TV on the radio (sehr cool!) und die Yeah Yeah Yeahs (Yeah!!) mit im Boot sind, da habe ich vor Begeisterung Szenenapplaus geklatscht.

Dass dann alles ganz anders kommen sollte habe ich schon geahnt, als René ins Plenum fragte, “wer zum Geier diesen Haufen Scheiße zusammenproduziert hat”. Nachdem ich nun die ersten drei Lieder der Platte selbst (hier) gehört habe muss ich leider bestätigen, dass sich zumindest diese drei Lieder durchaus als “Haufen Scheiße” bezeichnen lassen. Einfallslose Harmonien, billige 80er Jahre-Alleinunterhalter-Sounds und ein müder Gesang dem man anhört dass er durch eine Armada von Effekten getragen wird, schmälern meine Laune gewaltig. Zu guter Letzt hat man noch eine riesige Portion Hall über die Tracks geklatscht, was dem Ganzen den letzten Rest an Drive nimmt. Fazit: Unhörbar. Leider…

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Italien hofft auf “Jesus”

Keine Ahnung ob es an der prallen Sonne liegt oder ob der herumliegende Müll die Sinne vernebelt, aber die Italiener haben es tatsächlich fertig gebracht den Populisten Berlusconi samt zweifelhaftem Demokratieverständnis und milliardenschwerem Medienimperium zum dritten Mal in den Ministerpräsidentensessel zu hieven. “Veltroni gratuliert Berlusconi zum Sieg” titelt tagesschau.de, “Harte Zeiten für Italien” prophezeit n-tv. Wie man es auch dreht und wendet, es ist ein politisches Desaster. Der frisch behaarte Grinsemann Berlusconi hält sich währenddessen für den “Jesus Christus der Politik”. In diesem Sinne: Hoffen wir also, dass er bald in den Himmel aufsteigt auf ein Wunder.

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Ostdeutsche Sehschwäche: Rechtsextremismus in Magdeburg

Es ist nur eine Geschichte von vielen, eine der Geschichten, die es meistens nicht in die Zeitungen schaffen. Weder auf Seite eins, noch auf Seite elf. Während rechte Gewalt in so verschlafenen Nestern wie Gießen (zum Glück!) keine Rolle spielt, kann man sich nachts in einigen Vierteln so mancher ostdeutscher Städte kaum auf die Straße trauen; besonders wenn einem äußerlich anzusehen ist, dass man nicht deutscher Herkunft ist, eine eher “linke” Einstellung pflegt oder keinen festen Wohnsitz hat. Auch Frank Böttcher fiel in dieses “Beuteschema”. Er war ein Punk und wurde als solcher im Februar 1997 von einem rechten Skinhead erstochen:

“Montag dieser Woche, die demokratische Öffentlichkeit von Magdeburg hat sich am Tatort versammelt, um eine Gedenktafel für Frank Böttcher einzuweihen. Sie tut das schon zum vierten Mal. Dreimal wurde die Tafel entwendet. Keine geringe Leistung: Knallfest ist das bronzene Relief in einem mächtigen Findling verankert. Zur Beseitigung braucht man gutes Werkzeug, Kraft, Zeit und viele sehschwache Magdeburger, denn sogar nachts fährt hier die Straßenbahn. Eine der geklauten Tafeln stöberte die Polizei in der rechten Szene auf, die anderen blieben verschwunden. Auch Frank Böttchers Grabstein wurde immer wieder geschändet, bis seine Mutter ein Gegenmittel fand: Ihr Junge liegt nun in einem Grab ohne Stein.” (ZEIT online)

Es gibt viele Magdeburgs in Deutschland und viele “Sehschwache”, die lieber schnell weitergehen. Das ist in den meisten Fällen sicher verständlich, denn wer legt sich schon gern mit einer Truppe knüppelschwingender Neonazis an. Wer schnell weitergeht ist nicht unbedingt auf dem rechten Auge blind, sondern hat einfach Angst. Wenn dadurch statt Aktionsdrang eine generelle Schockstarre einsetzt gibt man den eigenen Freiraum zugunsten der Rechten auf. Angst ist die über Sicherheit umgelenkte Gegenkraft zur Freiheit. Wird die öffentliche Angst nicht bekämpft ist die demokratische Kultur passé.

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Wehrgerechtigkeit hin oder her: Der Grundwehrdienst ist ebenso unnötig wie undemokratisch

Jeder zweite Wehrpflichtige ist – angeblich – physisch und/oder psychisch nicht in der Lage, den Grundwehrdienst abzuleisten (SpOn). Obwohl Zivilisten wie Soldaten immer fetter werden ist es doch ziemlich unwahrscheinlich, dass 50 % aller jungen Männer nicht in der Lage sind, zur Bundeswehr zu gehen; schließlich liegt die Untauglichkeitsrate in Europa ansonsten bei 8 bis 12 % – bei ähnlichen Fettleibigkeitszuständen. Tatsächlich werden entweder weniger Soldaten gebraucht oder kann die Bundeswehr nicht alle Wehrpflichtigen unterbringen. Jedenfalls ist die Wehrgerechtigkeit nicht mehr gegeben. Damit hätten wir ein weiteres schlagendes Argument gegen die Wehrpflicht, die weder nötig noch demokratisch ist.

1. Notwendigkeit: Die Gewährleistung von Wehrfähigkeit, bzw. militärischer Stärke ist im Zuge der Maschinisierung und Automatisierung militärischer Einsätze immer schwächer gekoppelt an die Zahl der Soldaten. Außerdem ist eine groß angelegte Mobilmachung aufgrund eines direkten Angriffes auf Deutschland heutzutage höchst unwahrscheinlich. Und: Eine gut ausgebildete Berufsarmee ist – insbesondere in Zeiten einer wachsenden Zahl “humanitärer Einsätze” – generell sinnvoller als ein Heer von halbgaren Amateursoldaten.

2. Ungerechtigkeit: Der (nicht durch juristische Sanktionen begründete) Zwang zur Arbeit für einen bestimmten Teil der Bevölkerung hat in einem liberal-demokratischen Staat nichts zu suchen – noch dazu wenn es sich um den Dienst an der Waffe handelt, der nur in begründeten Ausnahmefällen durch den Zivildienst ersetzt werden kann. Militärdienstzwang und Demokratie sind unvereinbar.

Deshalb: Wehrdienst abschaffen.

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Skandal im Zoo Berlin: Knut frisst Fische!

Killer-Knut, die Tötungsmaschine in weiß, das fressgierige Monster, es schlägt wieder zu. Ja, es ist kaum zu fassen, aber der Eisbär Knut, er frisst doch tatsächlich… Fische! Und zwar die armen Karpfen aus seinem Becken, die doch eigentlich nur ein paar Algen fressen sollten. Die süßen Fischis halten dem Koloss die Bude sauber und der hat nix besseres zu tun, als seine Putzhilfen brutal abzumetzeln. Das ist doch kranke Scheiße! Spiegel Online reagiert prompt und schreibt: “Knut killt Karpfen – Zoobesucher empört“. Auch ich bin noch ganz außer mir und völlig fassungslos über diesen Vorfall. Daher habe ich gleich beim Online-Voting  von SpOn meinem Ärger etwas Luft gemacht. Die einzig richtige Antwort ist natürlich: “So eine Sauerei, der Zoo sollte Knut zur Strafe auf Diät setzen.”
Wenn ich aber mal ehrlich bin, würde ich lieber stimmen für den (leider nicht zur Auswahl stehenden) Punkt: “So eine Sauerei, Knut sollte das nächste Mal gleich einen Pfleger frühstücken und auf Unterstützer hoffen, die dafür sorgen dass seine Eisbären-Kollegen in Zukunft nicht mehr in kleinen Zoogehegen landen.”

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