Rechter Terror in Westsachsen

Der DLF-Podcast “Rechter Terror in Westsachsen” (mp3) berichtet nichts neues. Wieder mal werden Jugendliche überfallen, wieder mal werden dabei eindeutige Parolen gegrölt, wieder mal kommt die Polizei zu spät. Obwohl die Polizeistatistik zur Erfassung rechter Gewalt die Realität in der Regel nur ansatzweise wiedergibt und obwohl man sich gerne mal zusätzliche Mühe gibt die Zahlen zu schönen: Die Zahl rechtsextrem motivierter Gewaltdelikte ist unverändert hoch (siehe Verfassungsschutzbericht 2007).

Nach wie vor gibt es vor allem in Ostdeutschland viele Gegenden, wo man Angst vor rechten Schlägern haben muss – wenn man beispielsweise nicht so aussieht wie sich Nazis einen anständigen Deutschen vorstellen oder man eine andere Hautfarbe hat. In Mittweida (bei Chemnitz) muss man sogar mit “Skinhead-Kontroll-Streifen” rechnen: Mit dem Auto fahren vermummte Nazis durch die Straßen und jagen “Zecken” oder überfallen Partys. Die Polizei kommt erfahrungsgemäß erst wenn alles vorbei ist (in 11 von 13 untersuchten Fällen trafen die Polizisten nach 45 – 90 Minuten ein (vgl. Podcast)). Viele tatsächliche oder potenzielle Opfer rechter Gewalt haben daher den Glauben an das staatliche Gewaltmonopol verloren und bewaffnen sich lieber selbst. Wohin das führt kann sich jeder selbst ausmalen.

Das gefährliche an rechter Gewalt sind nicht nur die Verletzungen der Opfer, sondern die Angst, die Nazis auch bei anderen Menschen schüren. Die Einschüchterung bestimmter Personengruppen kann ein freies und selbstbestimmtes Leben gebietsweise stark einschränken: Man traut sich nicht mehr abends auf die Straße, nimmt Umwege in Kauf, kuscht bei blöden Sprüchen, erregt lieber kein Aufsehen und verzichtet womöglich auf einen Anruf bei der Polizei (schließlich kommt sie ohnehin zu spät) etc. Organisierte Gewalt gegen Menschen mit bestimmten Merkmalen hat eine ganz andere Qualität als nicht rassistisch motivierte Gewalttaten. Was in Mittweida und anderswo passiert ist Terror. Wer gegen den Terror von Rechtsaußen nur handelt, indem hier und da ein prügelnder Nazi vorbestraft wird, der tut definitiv zu wenig. Pädagogische Prävention und Aussteigerprogramme sind gut, verhindern aber keine “Skinhead-Kontroll-Streifen”. Was fehlt ist Sicherheit, die für mögliche Opfer teilweise nicht mehr existiert. Wenn der Staat sein Gewaltmonopol behaupten will, dann muss er auf Ausnahmezustände wie in Mittweida reagieren, nicht zugucken.

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Worldmapper – Karten zur Lage und Entwicklung der Welt

Bei Worldmapper.org findet man jede Menge frei erhältliche Weltkarten, die sich mit unterschiedlichen Merkmalen der Weltgesellschaft befassen. Länder werden dabei nicht in ihrer geographischen Größe dargestellt, sondern gemäß der relativen Ausprägung eines Attributs. So z.B. sieht eine Karte aus, die die geographische Verteilung von Muslimen darstellt:

muslims.png

Worldmapper is a collection of world maps, where territories are re-sized on each map according to the subject of interest. There are now nearly 600 maps. Maps 1-366 are also available as PDF posters.

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Nationalsozialismus Zwopunktnull

“Wer wissen will, was die NPD plant, muss nur ihr Programm lesen” schrieb Steffen Kailitz gestern in der Süddeutschen Zeitung (”Wohlfühldiktatur ohne Mischlinge“). Er hat recht. Die NPD macht kein Geheimnis aus ihren menschenverachtenden politischen Absichten. Wer sich den Honig von “mehr sozial” und “mehr national” der rechtsextremistischen Rattenfänger um den Bart schmieren lässt, der muss vor allem bedenken wer von den “Wohltaten” der Rechten ausgeschlossen sein soll. Die NPD brabbelt – wie der große historische Bruder NSDAP – von der Etablierung der reinen, deutschen “Volksgemeinschaft”. Sie pflegt eine rassistische Ideologie, die praktisch die Vertreibung von Millionen von  “kultur- und rassefremden Menschen” aus Deutschland zur Folge hätte. Die Konsequenz bedeutet nicht mehr und nicht weniger als eine ethnische Säuberung gigantischen Ausmaßes. Der Vergleich mit der NSDAP ist durchaus nicht übertrieben, so Totalitarismusforscher Kailitz:

“Vielfach geht die NPD in ihren Forderungen sogar weiter als die NSDAP in ihrem Programm von 1920. So wollte die NSDAP Nicht-Deutsche nur als Gäste im Land leben lassen. Die NPD will es grundsätzlich untersagen; wer kein völkischer Deutscher ist, soll höchstens drei Monate im Land bleiben dürfen.”

Die NPD spricht sich offen gegen die Demokratie und ihre Grundwerte aus. In vielen deutschen Kreis- und sogar Landtagen dürfen die Ultrarechten ihren Hass säen, während sie gleichzeitig mit fürstlichen Summen an Steuergeldern vom Staat finanziert werden. Auch wenn die NPD bundesweit als Randphänomen herumdümpelt darf man nie vergessen, dass es sich um eine der gefährlichsten politischen Gruppen in Deutschland handelt. Man muss kein Historiker sein um zu wissen, was die offen artikulierte Propaganda der NPD zur Folge haben kann. Vergleiche mit den Nationalsozialisten der 20er und 30er Jahre sind daher nicht nur gestattet, sondern geboten.

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OpenOffice 3.0

Seit gestern steht die neue 3.0-Version von OpenOffice (in deutscher Sprache) zum Download bereit. Da der OO-Server völlig überlastet ist empfehle ich den Download über CHIP-Online. Ich bin momentan selbst noch mit Runterladen beschäftigt, aber gespannt wie sich die neue Version so macht. Seitdem ich meine Magisterarbeit mit OpenOffice geschrieben habe bin ich ein großer Fan der kostenlosen Microsoft-Alternative. Ziemlich genervt haben nur die langen Ladezeiten: Word lässt sich dreimal schneller öffnen, was für mich ein großer Pluspunkt für MS-Office bzw. Minuspunkt für OO ist. Ich hoffe also, dass sich das mit der neuen Version gebessert hat. Aha! Download ist fertig… =)

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Der Preis ist scheiß – Reich-Ranicki will keinen deutschen Fernsehpreis

Chapeau Herr Reich-Ranicki,

das war eine schöne knackige Standpauke, die sie da vor der versammelten Mannschaft der deutschen Fernsehmacher gehalten haben. Es war einfach wunderbar die bleichen Visagen der Intendanten zu sehen, wie sie kaum fassen können, dass sie vom Godfather of Literaturkritik beim großen Fernsehpreis abgewatscht werden. Für “Blödsinn” hält Reich-Ranicki die Show und blödsinnig sei auch das restliche TV-Programm (bis auf wenige Ausnahme bei Arte). Die Lacher im Publikum beweisen, dass der Eklat voll eingeschlagen hat: Keiner hat mit einem solchen vernichtenden Statement gerechnet, jeder wartete auf die Auflösung der vermeintlichen Theateraufführung, so wie damals beim fingierten Disput zwischen Gottschalk und George (Wetten dass, Nov. 2006); doch Mr. Literatur lehnt den Preis tatsächlich dankend ab und stößt damit hoffentlich eine neue alte Diskussion an, die sich mit der wachsenden Niveau-Wüste auf den Bildschirmen befasst. Insofern muss man auch Gottschalk danken, der spontan eine Talkrunde vorgeschlagen hat, die sich mit eben jener Kritik auseinandersetzen soll. Dennoch, Reich-Ranicki bleibt “skeptisch [...], ob wir beide was erreichen werden” – er hat allen Grund dazu.

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