Der Preis ist scheiß – Reich-Ranicki will keinen deutschen Fernsehpreis
Chapeau Herr Reich-Ranicki,
das war eine schöne knackige Standpauke, die sie da vor der versammelten Mannschaft der deutschen Fernsehmacher gehalten haben. Es war einfach wunderbar die bleichen Visagen der Intendanten zu sehen, wie sie kaum fassen können, dass sie vom Godfather of Literaturkritik beim großen Fernsehpreis abgewatscht werden. Für “Blödsinn” hält Reich-Ranicki die Show und blödsinnig sei auch das restliche TV-Programm (bis auf wenige Ausnahme bei Arte). Die Lacher im Publikum beweisen, dass der Eklat voll eingeschlagen hat: Keiner hat mit einem solchen vernichtenden Statement gerechnet, jeder wartete auf die Auflösung der vermeintlichen Theateraufführung, so wie damals beim fingierten Disput zwischen Gottschalk und George (Wetten dass, Nov. 2006); doch Mr. Literatur lehnt den Preis tatsächlich dankend ab und stößt damit hoffentlich eine neue alte Diskussion an, die sich mit der wachsenden Niveau-Wüste auf den Bildschirmen befasst. Insofern muss man auch Gottschalk danken, der spontan eine Talkrunde vorgeschlagen hat, die sich mit eben jener Kritik auseinandersetzen soll. Dennoch, Reich-Ranicki bleibt “skeptisch [...], ob wir beide was erreichen werden” – er hat allen Grund dazu.








13. Oktober 2008 um 11:42 Uhr
Entertainment-Life.de » Archiv » Der Deutsche Fernsehpreis 2008: Alle Gewinner im Überblick! sagt,
[...] habe ich einmal eine kleine Liste mit allen Preisträgern des diesjährigen Deutschen Fernsehpreises [...]
16. Oktober 2008 um 23:18 Uhr
flo sagt,
Ich habe keine Standpauke gesehen. Standpauke klingt nach Belehrung. Das war aber einfach nur ehrlich, sogar ein wenig bedauernd – aber auch mit Gewissheit. Wie einfach man die show aushebeln kann, wenn man im Fadenkeuz der Aufmerksamkeit ihrer Erwartung nicht nachkommt. Die show ist wie ein Parasit der nur Blut saugen kann wenn man ihn lässt. In Sekunden hat er die Luft aus diesem Ballon rausgelassen, dass den gegelten Typen und geuppten Tussies die geschminkte Visage zu Beton erstarrt ist, nur ab und zu gesprengt von einem irren Zucken der Fassungslosigkeit und Verachtung. Er hat nur gesagt, was er ehrlich empfindet, und damit alle Anwesenden blossgestellt. Besser kann man nicht zeigen, dass man richtig liegt. Gut gemacht!