Sometimes Go – A long night with friends, instruments, cold beer and candy.

sometimesgo.jpgWerte Rezipienten und Musikfreunde, ich erkläre hiermit feierlich meine Rückkehr auf die Rock ‘n Roll-Bühnen dieser Welt – mit neuem Instrument (Bass) und neuer Band: “Sometimes Go”. Das sind vier alte Hasen – Dennis (Dear Diary), Ingo (Losone), Simon (The Bleech; Colourful Grey) und meine Person (The Bleech) – die längst nicht mehr vom Rockstardasein träumen, aber nochmal zeigen wollen, dass sie wissen wo der Barthel den Most holt.

Auf unserer Myspace-Seite (www.myspace.com/sometimesgo) stehen drei von fünf Liedern online, die wir im Sommer aufgenommen haben (Wer von euch damals mit uns den Chor eingesungen hat wird sich vielleicht über Lied Nr.3 freuen – “Turns to Gold”). Fotos, eine kurze Bandinfo und die Möglichkeit, uns etwas ins Gästebuch zu schreiben gibts dort auch.

Am allerwichtigsten ist an dieser Stelle aber die Ankündigung, dass wir am kommenden Dienstag, den 2.12., im Gießener MuK unser Debüt feiern und zusammen mit den fabelhaften “This Town Needs Guns” spielen werden. Los gehts um 20 Uhr, Eintritt 7 Euro.

Bis dann!

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Der konstruierte Rassismus

Bei der Lektüre des Online-Magazins “Politically Incorrect” ist schnell der Punkt erreicht, an dem man sich auf seine Tastatur übergeben muss; denn die selbsternannten Nachrichten-Guerilleros pflegen besonders eifrig eine Islamfeindlichkeit, die man juristisch wohl als Volksverhetzung bezeichnen würde, und auch sonst zeigt man sich bei “PI” notorisch faktenresistent (Stefan Niggemeier berichtete mehrfach).

Seit neuestem üben sich die Mickey-Mouse-Journalisten sogar in Rassenkunde. Am 15. November veröffentlichte PI einen Artikel mit dem Titel: “Barack Hussein jr.: Der konstruierte Schwarze“. Der Beitrag, der anfangs noch mit “Der konstruierte Neger” überschrieben war, bemüht sich zunächst einmal, die Biographie von Obama aufzuarbeiten und betont, dass sein Vater mehrere Frauen hatte (”Der gute Mann ist also ein Bigamist”) und insgesamt (”stattliche”) sieben Kinder zeugte (Diese überflüssige Information erinnert selbstverständlich nur zufällig an den Schnacksel-Kommentar von Frau Fürstin Thurn und Taxis).

Wichtig ist dem Autor auch, dass Obama in Indonesien den Islam-Unterricht besucht hat, wo er “Koran-Suren [lernte], die er heute noch auswendig vorsagen kann. Eine seiner Lehrerinnen äußerte später über ihn: ‘Er wollte immer reden, auch wenn er die Antwort nicht wusste!’” Aha. Der nächste US-Präsident ist also nicht nur in Wahrheit ein Moslem, sondern auch ein bisschen dumm. Oder wie war das jetzt gemeint?

Dann wird es interessant: Obama sei in seiner Kindheit und Jugend von “zwei weißen Frauen geprägt”, also in einem “weißen Umfeld” aufgewachsen. “Wer oder was”, fragt man sich, “brachte den Mann dazu, sich eine schwarze Identität zu konstruieren?”. Dann kommt der Knaller:

“Rein biologisch gesehen ist Barack Hussein junior zur Hälfte weiß und zur Hälfte schwarz. Ja, er ist sogar etwas mehr weiß als schwarz, weil er wie alle Buben von Mutter Stanley Ann das große X-Chromosom, vom schwarzen Vater dagegen nur das kleine und an Genen arme Y-Chromosom bekommen hat. Und alle seine Mitochondrien sind ebenfalls von der Mutter. Sein Energiehaushalt ist damit, wenn man so will, reinrassig ‘weiß’.”

Da haben wir es also, “Barack Hussein junior” ist überhaupt nicht schwarz und hat die Welt schön an der Nase herumgeführt. Fragt sich nur: Warum? Natürlich weiß PI eine Antwort: “Leistungen, für die man als Weißer nur gelobt wird, werden überschwänglich gefeiert, wenn man schwarz ist. Schwarz sein lohnt sich also.”

Fassen wir mal zusammen. “Barack Hussein” hat also einen “reinrassig weißen Energiehaushalt”, bastelt sich aber eine schwarze Biographie, weil seine Leistungen dadurch, als Schwarzer, überbewertet werden. Das ist nicht nur der größte Bullshit den ich je gelesen habe, sondern auch schlichtweg rassistisch!

[Dank an Dennis und Christian]

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Was Spammer verdienen

Man fragt sich ja immer was so ein Spammer verdient und wie viele Menschen es wirklich gibt, die sich eine Rolex kaufen, Viagra bestellen oder sich eine Penis-Vergrößerung genehmigen, indem sie auf den entsprechenden Link in einer Spam-Mail klicken. Genau dass haben sich auch ein paar Informatiker an der Berkeley-Uni und der Uni von San Diego gefragt und einige Monate selbst Spammer gespielt. Das Ergebnis ihrer Studie: Man muss 12,5 Millionen Spam-Mails verschicken um einem Kunden etwas zu verkaufen.

“After 26 days, and almost 350 million e-mail messages, only 28 sales resulted,” wrote the researchers.

The response rate for this campaign was less than 0.00001%. This is far below the average of 2.15% reported by legitimate direct mail organisations.

“Taken together, these conversions would have resulted in revenues of $2,731.88—a bit over $100 a day for the measurement period,” said the researchers.

Scaling this up to the full Storm network the researchers estimate that the controllers of the vast system are netting about $7,000 (£4,430) a day or more than $2m (£1.28m) per year. [BBC - Study shows how spammers cash in]

Tja, sonderlich viel ist das nicht. Da ein Spammer jedoch kaum Ausgaben hat, der Aufwand für das milliardenfache Verschicken von Emails ziemlich gering ist und es sie nunmal gibt, die Spam-Pest, scheint sich die Sache zu lohnen. Allerdings würde mich mal interessieren, welche Summen auf der anderen Seite in Spam-Schutz investiert werden. Da wird sicherlich in ganz anderen Maßstäben abgesahnt. Na also wenn das mal nicht nach Verschwörung riecht… ;)

[via Basic Thinking]

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Mit Google Earth durch das antike Rom fliegen

Meine Bitten wurden offenbar erhört! Denn neuerdings werden für Google Earth auch historische Orte rekonstruiert. In Zusammenarbeit mit der Universität von Virginia entstand ein 3D-Nachbau des antiken Rom zur Zeit von Kaiser Konstantin (320 n. Chr.). Mehr als 6.700 Gebäude wurden nachgebildet und einige davon kann man sogar virtuell betreten. Viele Bauwerke sind mit einem Link ausgerüstet, über den kleine Pop-Ups geöffnet werden können, die zusätzliche Informationen enthalten. Ich bin begeistert und hoffe, dass es beim alten Rom nicht bleiben wird. Wie wärs z.B. mit dem klassischen Athen? Oder Köln im Hochmittelalter? Dran bleiben, liebe Programmierer!

[via Schockwellenreiter]

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“Negerpunk”

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Da konvertiert man ahnungslos eine Audiodatei mit Audacity, gibt die ID3-Tags ein, sucht nach dem passenden Genre und stößt plötzlich auf “Negerpunk”. Es gibt tatsächlich eine Musikrichtung, die “Negerpunk” heißt?? Ich meine, das Genre “Terror” (gleich nach “Blues” und “Hardcore”) kannte ich zwar auch noch nicht, hätte aber erstens gleich ein Dutzend Interpreten parat, deren Musik ich so beschreiben würde und finde zweitens den Begriff nicht sonderlich anstößig. Bei “Negerpunk” ist das was anderes. Das hört sich dann doch etwas komisch an. Statt “komisch” sollte man wohl eher “rassistisch” sagen. Die Tatsache, dass last.fm bei der Künstlersuche mit dem entsprechenden Tag “Christina Aguilera” unter den Top 3 anzeigt, trägt nicht wirklich zur Klärung bei. Wikipedia weiß natürlich mehr und verweist auf die Winamp-Programmierer von Nullsoft, die dieses Genre angeblich hinzugefügt haben: “[It] appears to have been added as a joke by the developers.” Na, alles klar liebe Nullsoftis. Eure Plattensammlung möchte ich nicht sehen…

Kategorie: außerordentlich | 3 Kommentare

Schwarzbrot selbermachen


Man nehme:

1. Eine zu dicke Scheibe Kürbiskernbrot.
2. Man starte den Toastvorgang.
3. Toasten.
4. Toasten.
5. Immer noch Toasten.
6. Der Rauchmelder signalisiert das Erreichen der maximalen Zubereitungszeit.
7. Fenster auf!

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Schwule zahlen mehr – In der Reform der Erbschaftssteuer zeigt sich einmal mehr die Verrechtlichung der Homophobie

Amerika hat seinen ersten schwarzen Präsidenten und alle viele freuen sich auch, weil man damit ganz offensichtlich auf dem Weg zur Überwindung des klassischen Rassismus ein ganzes Stück weiter gekommen ist. Nun ist die Diskriminierung aufgrund der Hautfarbe vor dem Hintergrund der Sklaverei ein Thema, dem man zu Recht besondere Aufmerksamkeit schenkt. Erschreckend ist aber trotzdem, wie unwidersprochen andere Formen von Diskriminierung akzeptiert oder gar gefördert werden. Beispiel: Homosexualität. Wie herablassend man Schwule und Lesben behandelt wurde hierzulande zuletzt wieder deutlich am neuen Erbrecht. Da betont man zwar gerne, dass sich die Situation der “eingetragenen Lebenspartnerschaften” deutlich verbessert hat; tatsächlich aber ist man auch beim Erbrecht noch weit entfernt von einer Gleichbehandlung. Homosexuelle profitieren zwar wie heterosexuelle Paare von einem Freibetrag von 500.000 Euro bei Erbschaften, müssen jedoch viel mehr Steuern bezahlen für überschüssige Beträge.

Schon die Tatsache, dass es “eingetragene Lebenspartnerschaften” für Schwule und Lesben gibt bedeutet, dass man ihre Beziehung zwar zunächst anerkennt, aber gleichzeitig abwertet. Das fängt an bei der speziellen Etikettierung als “eingetragene Lebenspartnerschaft” und zeigt sich wieder einmal ganz deutlich im gesonderten Steuerrecht. Der Staat hat kein Recht, Beziehungen zu klassifizieren und ihre Qualität zu bewerten. Hier sind Kompromisse, wie sie momentan Gesetz sind, kein Ausdruck von rationaler legislativer Arbeit, sondern die Folge von diskriminierenden, quasi rassistischen, Vorurteilen. Die Anerkennung, dass homosexuelle Menschen sich auch lieben und zusammenleben ist kein Schritt in Richtung Gleichbehandlung und Gleichberechtigung wenn gleichzeitig grundlegende Rechte vorenthalten und für heterosexuelle Beziehungen reserviert werden. Das ist kein Stück Aufklärung, sondern die Verrechtlichung einer homophoben Weltanschauung.

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Wurmvideokorrespondenz

Ich so: Igitt ey, zieh dir das mal rein:

Er so: Das beunruhigende an den Viechern ist, dass sie ihren Wirt (der praktisch nur noch eine Hülle ist) vorher in irgendeiner Weise so steuern, dass er Wasser aufsucht und hineinspringt, damit sie besser aus ihm rauskommen… [kein Scheiß!]

Ich so: Verdammt! Ich hab mir diese Woche schon drei Mal überlegt ins Schwimmbad zu gehen und fühl mich eh so leer! AAAAAaaah!

Er so: Keine Bange. Wenn da wirklich gerade der Wurm aus dir sprechen würde, würdest du mir eher vorschlagen mal GEMEINSAM ins Schwimmbad zu gehen… =)

[Dank an flo für das Gespräch!]

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Obamanie

barack_obama.jpg“Die Welt jubelt: Obama wird Präsident” titelt die Süddeutsche Zeitung. In der Tat, selten hat man eine so große weltweite Euphorie erlebt. Obama schreibt nicht nur Geschichte als erster schwarzer Präsident Amerikas, sondern auch als eine Ausnahmepersönlichkeit, die es zustande gebracht hat, dass sie von Menschen auf allen Kontinenten gefeiert wird. Dieser globale Begeisterungssturm zeigt auch den phänomenalen Erfolg des Obama-Wahlkampfs, der alle vorigen politischen Kampagnen in den Schatten stellt. Obama hat mit den Slogans “yes we can”, “change we need” und “hope” eine simple Message geschaffen, die von Amerika aufgesogen wurde wie von einem trockenen Schwamm. Gleichzeitig hat er cool und intelligent agiert, die perfekte Balance zwischen “verständlich” und “gründlich” gefunden. Die Tatsache, dass Obame das Charisma mit Löffeln gefressen hat tat dabei ihr übriges. Auf dem ausgedörrten politischen Boden, der durch 8 Jahre Bush kaum mehr als die Früchte von Verbitterung und Abneigung gegenüber Washington trug, kam Obama und pflügte rhetorisch den Acker zu seinen und Amerikas Gunsten. Jubel allerorten: “Da ist er ja, der amerikanische Traum; da steht er, der politische Messias, sieht gut aus, spricht mir aus der Seele, will alles neu und besser machen und vor allem: er ist echt.” Jetzt ist er am Ziel und die Begeisterung darüber lässt sich jetzt erst recht mit Händen greifen.

Doch langsam. Was Obama tatsächlich bringen wird und bringen kann bleibt abzuwarten. Party Pooper? Typisch deutsch? Unangebrachte Nörgelei? Nein. Bei all der Begeisterung, die auch ich persönlich für Obama empfinde ist mir die Euphorie ihm gegenüber auch etwas unheimlich. Die Menschen torkeln besoffen von Pathos und Sympathie an die Urnen. Doch gute Politik ist mehr als ein “gutes Gefühl”. Stefan Kornelius spricht in der SZ von der Re-Politisierung Amerikas. Ich empfand den Wahlkampf zu großen Teilen als apolitisch. Politische Inhalte spielten nur eine Nebenrolle während es darum ging, den richtigen Eindruck bei den Wählern zu erwecken und sich als geeigneten Charakter darzustellen. Obama wurde vor allem als Popstar beklatscht. Ein guter Politiker, zumal ein guter US-Präsident, muss aber die richtigen Entscheidungen treffen und nicht nur den richtigen Ton. “Hope” ist also auch weiterhin angesagt wenn es darum geht, den Schwung mit ins Weiße Haus zu nehmen und tatsächlich etwas zu ändern. Der “change” wird freilich seine Grenzen haben und Obama tut gut daran, wenn er genau darauf in seiner Dankesrede hinweist. Die Erwartungen sind hoch – auf beiden Seiten des Atlantiks; gleichzeitig könnte das Erbe das Obama antritt kaum schwerer sein. Er steht als US-Präsident vor enormen Herausforderungen bei denen er jeden Funken der enormen globalen Euphorie brauchen kann. Hoffen wir, dass Obama es schafft den Schein in Sein zu übersetzen. Dann hat er seinen zweiten Eintrag im Geschichtsbuch sicher.

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US-Wahlkampf 2008 – Ein Rückblick der New York Times

Die NYT schaut zurück auf 2 Jahre Wahlkampf – einer der längsten, teuersten und mitreißendsten der amerikanischen Geschichte. Zu sehen gibt es ein knapp 14minütiges, aufwendig produziertes Video, das die wichtigsten Aspekte des Vorwahlkampfs, der Programme der Kandidaten und der Wählerstimmung nachzeichnet. Eine sehr schöne Einstimmung auf die heutige Wahlnacht. Dazu passt der leicht Obama-affine Unterton, über den ich mich bei aller Neutralitätsliebe nicht mehr aufregen kann. Zwar meine ich, dass dieser Wahlkampf so unpolitisch war wie die der vorigen Jahre und dass Obama ganz enorm von seinem Charisma profitiert; doch beides ändert nichts daran, dass Obama der kompetentere von beiden ist. Er ist der kompetentere weil intelligentere Kandidat. Weniger Ideologie, mehr Geist – das zeichnet Obama aus, das gefällt und das wird ihm die Präsidentschaft einbringen.

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Chaos im hessischen Landtag – Machtspielchen vs. Wählerauftrag

Dagmar Metzger kann man keinen Vorwurf machen. Dass sie eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei ablehnt ist seit langem bekannt. Dass sie deswegen der Parteivorsitzenden Ypsilanti ihre Stimme verweigert ist ärgerlich, aber legitim; vor allem vor dem Hintergrund, dass Ypsilanti für sich und ihre Partei geworben hat mit dem Statement: Keine Kooperation mit der Linkspartei. Damit hat sie nicht nur Wähler getäuscht, sondern auch ihre eigenen Parteikollegen.

Was jedoch gestern passiert ist hat wenig zu tun mit einer legitimen Gewissensentscheidung. Die vier “Abweichler” haben ihre Parteichefin eiskalt politisch erdolcht und buhlen bei ihrem Showauftritt vor der Presse noch um das Mitleid der Wähler. Schließlich habe Ypsilanti ihnen nicht anständig den Bart gekrault als sie den ein oder anderen politischen Pubs quersitzen hatten. Sie sei, so Carmen Everts, nicht einmal gefragt worden “wo hängt es bei dir, wie gehst du damit um”, nachdem sie Probleme mit der politischen Marschrichtung ihrer Parteivorsitzenden hat durchblicken lassen. Ja liebe Frau Everts, wo hängts denn nun? Ganz offensichtlich an einem Mangel an Loyalität und Fairness. Ypsilanti kann man durchaus den ein oder anderen Vorwurf machen; ihr aber in letzter Sekunde auf dem Weg zum Ministerpräsidentenamt das Bein zu stellen ist politisch wie menschlich unterste Schublade.

Kritik verdienen jedoch nicht nur die Abweichler, sondern die gesamte Führungsriege im hessischen Parlament. In Wiesbaden offenbart sich eine Politikunfähigkeit, die fast schon peinlich ist. Man kann sich nicht zur Wahl stellen mit der Bedingung nur Wunschkoalitionen einzugehen. Das Wahlergebnis macht es den Fraktionen sicher nicht einfach zueinander zu finden. Die Wähler können aber verlangen, dass ihre Repräsentanten in der Lage sind eine arbeitsfähige Regierung zu bilden statt sich im politischen Disput selbst zu lähmen. Die reflexartige Verteufelung der Linken ist nur ein Beispiel für die destruktiven Spielchen der Parteiführer.

Und jetzt? Neuwahlen? Auf die wird es wohl hinauslaufen. Dass die CDU als lachender Dritter die Wahl gewinnen wird ist abzusehen. Roland Koch wird weiterhin das Land regieren und den Hessen vor allem seine bildungspolitischen Querschüsse zumuten. Bedanken kann man sich dafür bei vielen, doch an erster Stelle bei unseren drei Heroen Walter, Everts und Tesch. Die zumindest meinen jetzt, sie seien mit sich im Reinen. Na wenigstens etwas.

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