Kritk der Toleranzkritik

“Toleranz ist ja doch bloss Appeasement” überschreibt Joachim Günter seinen Beitrag in der NZZ, der sich mit drei Autoren der “Achse des Guten” (achgut.com) beschäftigt. Zwar habe ich die diskutierten Bücher nicht gelesen, doch in anderen Beiträgen von Broder und seinen Mitstreitern widert mich genau diese von Günter beschriebene Haltung an: “Kulturrelativistische Erklärungen, welche sich den Motiven der Täter widmen, sind [ihnen] ein Greuel; stets [wittern sie] eine Verharmlosung der Tat und eine Verhöhnung der Opfer.” “Raum für Abwägungen und Zwischentöne” bleibt da keiner mehr. Wer differenziert ist gleich tolerant, ist gleich ein passiver Unterstützer von Freiheitsfeinden. Basta! Broder hält Analytiker für Witzfiguren und schreibt lieber emotional statt rational. Doch gerade so emotional aufgeladenen Themen wie der Nahostkonflikt oder Muslime in Europa müssen analytisch angegangen werden wenn man an einer Lösung der bestehenden Probleme interessiert ist. Polemisches Gebelle wirkt schlichtweg eskalierend weil es die nötige faktenbasierte Auseinandersetzung durch Provokation ersetzt.

[via Herr_Marx per Email]
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Kommerz-Flashmob

War ja nur eine Frage der Zeit bis die Werbung Flashmobs entdeckt. Vor ein paar Tagen hat nun also T-Mobile (UK) an der Liverpool Street Station flashmobben lassen. Und das ist ihnen so gut gelungen, dass auch ich vor dem viral Spot-Virus in die Knie gehe. Böddesehr:

[via Alltagskakophonie]

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Äbbelwoi-Obama blieb chancenlos – Koch gewinnt die Wahl


Man kann es nicht anders sagen: Das Wahlergebnis in Hessen ist eine grandiose Scheiße. Was die Sache erträglicher macht: Die grandiose Scheiße war abzusehen. Doch eins nach dem anderen. Warum ist es eine grandiose Scheiße? Nun, die von Roland Koch angeführte CDU wird mit guten 37 Prozent die stärkste Partei und gewinnt den Pott. Zusammen mit der triumphierenden FDP, die mit guten 16 Prozent ein Rekordergebnis verbuchen kann, wird sie eine solide schwarz-gelbe Mehrheit bilden und ihre brutalststinkende Politik weiterhin betreiben. Die SPD dagegen ist abgehängt und gümbelt mit weniger als 24 Prozent im Wiesbadener Abseits. Dabei kann man der eilig berufenen Galionsfigur, Thorsten Schäfer-Gümbel, keinen Vorwurf machen. Er hat sich in Bestzeit zum sehr vorzeigbaren Spitzenkandidaten gemausert, hat einen hoch innovativen Wahlkampf geführt und hat mit viel Engagement viele neue Freunde gefunden. Er war in sämtlichen großen Social Networks vertreten, hat sich per Youtube-Video zu Wort gemeldet und via Twitter mit dem Wahlvolk kommuniziert – womit er (leider) eine einsame Ausnahmeerscheinung in deutschen Politikerkreisen ist. Seine Wahlkampfkommunikation ist daher nicht weniger als vorbildlich und sehr zur Nachahmung zu empfehlen – vor allem weil es die Distanz zum Wähler schmilzen lässt. Doch Äbbelwoi-Obama hin, Webzwonull-Affinität her: Den ganzen Beitrag lesen »

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Der Hudson-Crash als Web 2.0-Ereignis

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Chesley Sullenberger wird auf der ganzen Welt gefeiert, weil er einen voll besetzten Airbus 320 sicher auf dem Hudson River notgewassert hat. Gefeiert wird auch das Web 2.0. Denn die erste Berichterstattung hat nicht CNN oder MSNBC geliefert, sondern Janis Krums, der seine rund 3.000 Follower wenige Minuten nach dem Unfall über Twitter informiert hat. Um 15.26 Uhr hob US Airways 1549 vom New Yorker Flughafen LaGuardia ab. Um 15.31 Uhr setzte die Maschine auf dem Hudson auf und um 15.36 Uhr twitterte @jkrums: “There’s a plane in the Hudson. I’m on the ferry going to pick up the people. Crazy.” Über Twitpic veröffentlichte er gleichzeitig das erste Foto vom Unfallort, das er mit seinem iPhone aufgenommen hat (links).

20 Minuten später war der erste Wikipedia-Artikel online: US Airways Flight 1549. Hier findet sich auch das meines Wissens nach einzige Video (Länge 10 Minuten) von der Notwasserung selbst, aufgenommen von einer Überwachungskamera der Coast Guards.

Natürlich war zu erwarten, dass einmal mehr die Frage durch das Netz geistert, ob denn nun der “Bürgerjournalismus” so richtig in Fahrt komme und ob damit die “Sternstunde für Twitter, den seltsamen Kurznachrichtendienst” schlägt. Zuerst einmal ist Twitter weder seltsam, noch ein Kurznachrichtendienst – auch wenn er z.B. von SpOn dazu benutzt wird. Twittern, das ist Bloggen in klein. Und Bloggen ist weder im Mikro-, noch im Makroformat gleich Journalismus, auch wenn so mancher Blog-Autor die Rolle des Journalisten einzunehmen versucht bzw. einnimmt. Die Möglichkeiten des Webzwonull bieten vielmehr eine Ergänzung zu den klassischen Nachrichtenmedien, die Informationen schneller, ausgewogener und besser machen können.

[via heise]

[update]

Übrigens: Wer sich wie ich gewundert hat, warum das Flugzeug nicht einfach abgesoffen ist nach der Notlandung findet hier die Antwort.

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