US-Militär-Video zeigt Kampfeinsatz in Irak

Was man sonst noch so “umgangssprachlich als Krieg bezeichnen” kann zeigt ein Video, das gestern von Wikileaks veröffentlicht wurde. Auf www.collateralmurder.org ist ein Video (hier klicken zum Download der gekürzten Version) des US-Militärs zu sehen, dass von einem Apache-Hubschrauber gefilmt wurde und einen Angriff vom Juli 2007 auf mehrere Menschen in Bagdad zeigt. Wie die New York Times schon damals berichtete, starben insgesamt 16 Menschen, darunter zwei Reporter von Reuters. US-Militär-Video

Über die Gründe der Veröffentlichung äußerst sich u.a. Julien Assange von Wikileaks. Weitere Informationen zu den Hintergründen des Videos berichten BBC, The Guardian und die New York Times. Offenbar waren die US-Soldaten auf der Suche nach bewaffneten Aufständischen. Das Video zeigt, dass die Soldaten sehr brutal, schießwütig und menschenverachtend vorgegangen sind. Das US-Militär bestätigte die Echtheit des Videos, betonte jedoch, dass man sich im Rahmen der “Rules of Engagement” korrekt verhalten habe.

Die Aufnahme ist natürlich Öl ins Feuer antiamerikanischen Ressentiment-Geschwurbels. In der Tat sind die Bilder sehr erschreckend, vor allem weil so unbedacht das Feuer eröffnet wird. Man muss sich aber wohl fragen, ob hier nicht weniger die emotionalen Ausbrüche einzelner krimineller Cowboys in Uniformen, oder vielmehr die generellen Abgründe von Krieg und Kriegsführung zu sehen sind. Es ist davon auszugehen, dass solche Szenen keine Seltenheit sind – und zwar auf beiden Seiten (schließlich erkundigt sich ein islamistischer Selbstmordattentäter auch nicht nach der Schuld seiner Opfer). Wer laut nach der Notwendigkeit dieses Krieges schreit sollte bedenken wie auch die heutigen High-Tech-Kriege ablaufen. Im Alltag von Töten und Getötet werden ist wenig Platz für Gerechtigkeit und Menschlichkeit.

[via Netzpolitik; Boing Boing]

Kategorie: politisch | Keine Kommentare

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