Geplante Obsoleszenz. Oder eben: “Kaufen für die Müllhalde”

Gestern habe ich bei Mario Sixtus eine nicht mehr ganz so frische Arte-Doku gefunden, die ein noch viel weniger frisches Thema behandelt: Der geplante Verschleiß bzw. Verfall industrieller Produkte. Für alle, die bei intelligent klingenden Wortschöpfungen (wie Prekariat oder Prokrastination) feuchte Hände bekommen könnte man auch “geplante Obsoleszenz” sagen. Das bedeutet nichts anderes, als dass Produkte so hergestellt werden, dass sie ein eingebautes Death-Date haben, also nach einer bestimmten Zeit kaputt gehen. Ziel ist natürlich, dass der Verbraucher sich im Laden einfach einen neuen Drucker, iPod oder Weißichwas kauft. Das finden viele natürlich unglaublich schlimm – was als Verbraucher leicht nachvollziehbar ist. Neben den Mehrkosten als Verbraucher zieht eine solche Praxis für die höhere Produktion natürlich auch einen größeren Ressourcenverbrauch nach sich. Jetzt könnte man schimpfen, dass der Planet ausgebeutet und zerstört wird. Richtig, das war so und ist so. Aber deshalb gleich den Kapitalismus und das Wachstumsprinzip per se abzuschaffen klingt mir dann doch zu sehr nach ideologischem Eigentor. Da gefällt mir die in der Doku zum Abschluss geäußerte Idee doch schon viel besser, nämlich schlichtweg nachhaltig und somit Ressourcen schonend zu produzieren und letzten Endes weniger bzw. gar keinen Abfall mehr zu produzieren. Kurz gesagt: Recyceln galore! Womit wir u.a. wieder beim Thema erneuerbare Energien wären. Na jedenfalls mag die Doku an manchen Stellen etwas langatmig sein und stellenweise durch die Mystery-Hintergrundmusik einen verschwörungstheoretischen Beigeschmack entwickeln, ist aber trotzdem interessant und ein sehenswerter Beitrag zum Thema Konsumkritik.

Kategorie: politisch | Keine Kommentare

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