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	<title>:::kHOSSmos &#187; Nationalsozialismus</title>
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		<title>Verfehlte Vergangenheitsbewältigung: Viele NS-Opfer müssen sich Entschädigungen erklagen</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jun 2008 12:23:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hoss</dc:creator>
				<category><![CDATA[politisch]]></category>
		<category><![CDATA[Entschädigung]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>
		<category><![CDATA[NS-Opfer]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Deutschlands Vermögen in Italien in Gefahr&#8221; titelte die Süddeutsche gestern auf Seite 1: Laut mehrerer Urteile der obersten italienischen Zivilgerichtshöfe soll deutsches Vermögen gepfändet werden, um griechischen Nazi-Opfern Schadensersatz leisten zu können. Außerdem muss die Bundesregierung mit Klagen von rund 100.000 ehemaligen italienischen Zwangsarbeitern rechnen. In Italien überlegt man nun bereits, ob man zuerst das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Deutschlands Vermögen in Italien in Gefahr&#8221; <a href="http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/229/178684/" target="_blank">titelte die Süddeutsche gestern auf Seite 1</a>: Laut mehrerer Urteile der obersten italienischen Zivilgerichtshöfe soll deutsches Vermögen gepfändet werden, um griechischen Nazi-Opfern Schadensersatz leisten zu können. Außerdem muss die Bundesregierung mit Klagen von rund 100.000 ehemaligen italienischen Zwangsarbeitern rechnen. In Italien überlegt man nun bereits, ob man zuerst das Kulturinstitut Villa Vigoni oder ein paar Goetheinstitute versteigert. Damit wird nicht nur das deutsch-italienische Verhältnis belastet, sondern auch die völkerrechtlich garantierte Staatenimmunität &#8211; nach der Staaten, wenn sie hoheitlich handeln, nicht von Bürgern anderer Staaten belangt werden können &#8211; ziemlich strapaziert.</p>
<p>Ein Skandal? Ja! Es ist ein Skandal, dass eines der reichsten Länder der Welt sich heute nicht in aller Konsequenz verantwortlich zeigt für seine ungeheuren Verbrechen von gestern. Natürlich kann kein Geld der Welt die Nazi-Verbrechen wiedergutmachen; doch es ist eine moralische Pflicht, die Überlebenden des NS-Terrors als Opfer anzuerkennen, wozu auch gehört, sie finanziell zu entschädigen. Man muss zweifellos anerkennen, dass es einige Bemühungen in dieser Richtung gab. Dazu gehörte auch der Zwangsarbeiterfond. Doch die entsprechende Stiftung ist viel zu spät, nämlich erst im Jahr 2000 gegründet worden &#8211; 55 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus.</p>
<p>Es ist mir unbegreiflich, dass auch heute immer noch tausende Opfer keinen Cent erhalten haben. Die Bundesrepublik geht nicht auf sie zu, nein, sie müssen sich ihre &#8211; meist eher symbolische &#8211; Entschädigungssumme umständlich in Italien erklagen. In Berlin will man die Urteile nicht hinnehmen und <a href="http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,3393388,00.html" target="_blank">droht mit Klagen</a> vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Rechtlich gesehen stehen die Gewinnchancen gut, aber moralisch hat man schon verloren.</p>
<p>Die Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit ist in Anbetracht der völlig verspäteten Initiativen und gänzlichen Vernachlässigung vieler Geschädigter ein Armutszeugnis. Die Schrecken der NS-Zeit manifestieren sich vor allem durch die unzähligen Opfer. Viele von ihnen warten jedoch vergeblich darauf, berücksichtigt und ein Teil der deutschen Vergangenheitsbewältigung zu werden. Davon sind inzwischen einige aus Altersschwäche und/oder an den Folgen der damaligen Misshandlungen gestorben, während sich andere Überlebende noch mit Klagen gegen die Bundesrepublik abrackern müssen. Damit zeigt sich ein weiteres Mal, dass Deutschland im Umgang mit den Opfern des Nazi-Terrors versagt hat. Solange es keine systematischen Entschädigungsmaßnahmen für alle Opfer gibt bleibt die Vergangenheitsbewältigung nur wenig mehr als eine gut klingende Worthülse.</p>
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		<title>Der Holocaust jenseits der Vernichtungslager</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jan 2008 23:49:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hoss</dc:creator>
				<category><![CDATA[politisch]]></category>
		<category><![CDATA[Holocaust]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 27. Januar vor 63 Jahren erreichte die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Sie konnte rund 8.000 erschöpfte und kranke Insassen befreien, die nur knapp der Massenmordmaschine der Nationalsozialisten entkommen waren. Zuvor fanden dort rund 1,1 Millionen Menschen den Tod, die meisten durch Gas. Das KZ Auschwitz ist heute ein Symbol des Holocaust. Doch ungefähr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 27. Januar vor 63 Jahren erreichte die Rote Armee das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Sie konnte rund 8.000 erschöpfte und kranke Insassen befreien, die nur knapp der Massenmordmaschine der Nationalsozialisten entkommen waren. Zuvor fanden dort rund 1,1 Millionen Menschen den Tod, die meisten durch Gas. Das KZ Auschwitz ist heute ein Symbol des Holocaust. Doch ungefähr die Hälfte der Holocaustopfer wurde nicht in den Gaskammern ermordet, sondern während des Vernichtungsfeldzugs im Osten. So schreibt Hans-Heinrich Nolte in der aktuellen Ausgabe der ZEIT:</p>
<blockquote><p>[...] an die drei Millionen, wurden auf andere Weise umgebracht, die meisten von ihnen in den besetzten Territorien der Sowjetunion. Östlich des Bugs gab es keine Gaskammern, keine moderne Tötungsmaschinerie. Von hier aus rollten auch keine Deportationszüge in die Vernichtungslager. Hier mordete man gleich an Ort und Stelle, zumeist öffentlich. Hier wurde erschlagen, erschossen, verbrannt, verhungert. (<a href="http://www.zeit.de/2008/05/A-Slonim-Holocaust?page=all" target="_blank">link</a>)</p></blockquote>
<p>Mithilfe spezieller Einsatzgruppen der SS, Polizei und der Wehrmacht wurden vor allem Kommunisten und Juden während des militärischen Vorstoß Richtung Osten systematisch ermordet. Dazu gehörte unter anderem das Reservebatallion 101 &#8211; ein Mordkommando, das aus &#8220;ganz normalen Männern&#8221; (<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3499608006" target="_blank">Christopher Browning</a>, 1992) bestand:</p>
<p><span id="more-84"></span></p>
<blockquote><p>Im Reservebataillon 101 etwa kamen sie zu über 60 Prozent aus mittelständischen Berufen, 35 Prozent waren gelernte und ungelernte Arbeiter, der Rest Selbstständige und Akademiker. Ein Chauffeur, Alfred Metzner, sagte über seine Teilnahme an einem Massaker bei Slonim später aus: <em>»Die Exekutionen wurden mit Schnellfeuergewehren, Karabinern, Maschinenpistolen, ganz nach Belieben durchgeführt. Es war erstaunlich, wie die Juden in die Gruben hineingingen, nur mit gegenseitigen Tröstungen, um sich dadurch gegenseitig zu ermuntern und dem Exekutionskommando die Arbeit zu erleichtern. Die Exekution selbst dauerte ca. 3 – 4 Stunden. Ich war die ganze Zeit an der Exekution beteiligt. Die einzigen Pausen, die ich machte, war, wie mein Karabiner leergeschossen war und ich neu laden mußte. Während dieser Zeit schoß ein anderer für mich. Es ist mir dadurch nicht möglich zu sagen, wie viele Juden ich während der 3 – 4 Stunden umgebracht habe. Wir haben während dieser Zeit ziemlich viel Schnaps getrunken, um unseren Arbeitseifer anzuregen…« </em>(<a href="http://www.zeit.de/2008/05/A-Slonim-Holocaust?page=all" target="_blank">link</a>)</p></blockquote>
<p>Nicht allein die Todesfabriken kennzeichnen den Holocaust. Und vor allem war es nicht eine übersichtliche Zahl skrupelloser &#8220;Monster&#8221;, die sich um den systematischen Massenmord an Juden, Homosexuellen, Sinti und Roma, Kommunisten usw. bemühte. Es waren unzählige &#8220;ganz normale Männer&#8221;, die Menschen aus nächster Nähe erschossen, verbrannten, erschlugen. Auch, aber vor allem dies, die <a href="http://www.amazon.de/Eichmann-Jerusalem-Bericht-Banalit%C3%A4t-B%C3%B6sen/dp/3492248225/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1201477007&amp;sr=1-1" target="_blank">Banalität des Bösen</a> (Hannah Arendt), sollte nie in Vergessenheit geraten.</p>
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		<title>Der Trubel um Stauffenberg &#8211; Die verzweifelte Verehrung eines Nazis</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Nov 2007 09:31:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hoss</dc:creator>
				<category><![CDATA[politisch]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 15. November jährt sich der Geburtstag von Claus Schenk Graf von Stauffenberg zum ein hundertsten Mal. Für viele ist das Grund genug, um den Grafen für sein berühmtes Attentat vom 20. Juli 1944 einmal mehr hoch leben zu lassen &#8211; als &#8220;Heiliger unter Hakenkreuz&#8221;, wie der SpOn-Artikel von Peter Steinbach gestern in reißerischer Manier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 15. November jährt sich der Geburtstag von Claus Schenk Graf von Stauffenberg zum ein hundertsten Mal. Für viele ist das Grund genug, um den Grafen für sein berühmtes Attentat vom 20. Juli 1944 einmal mehr hoch leben zu lassen &#8211; als &#8220;Heiliger unter Hakenkreuz&#8221;, wie der <a href="http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/749/hans_michael_kloth_heiliger_unterm_hakenkreuz.html" target="_blank">SpOn-Artikel von Peter Steinbach</a> gestern in reißerischer Manier schrieb. Bei dieser Überschrift muss es bereits jedem auch nur annähernd NS-kritischen Leser schlecht werden. Zwar scheinen dieser Titel wie auch der schwer verdauliche Untertitel (&#8221;Heute gilt er als Held, als aufrechter Demokrat, als Lichtgestalt während der Nazi-Zeit&#8221;) eher als provokante Leseaufforderung zu dienen; doch auch was Steinbach anschließend so schreibt ist einigermaßen fragwürdig. Nachdem geschildert wird, wie unterschiedlich man Stauffenberg im Osten und Westen der Nachkriegszeit etikettiert, kommt so mancher Knaller, der den Würgereiz der Titellektüre erneut aufkommen lässt:</p>
<blockquote><p>Dass die Bundeswehr Stauffenberg seit den Mitfünfziger Jahren [in ihr] Traditionsverständnis aufgenommen hatte, war verständlich &#8211; künftig sollten deutsche Streitkräfte nicht mehr durch die Pflicht zum unbedingten Gehorsam charakterisiert werden können.</p></blockquote>
<blockquote></blockquote>
<p>So so, Stauffenberg als Vorbild für den kritischen Bundeswehrsoldaten. Wenn man den Grafen auf das Attentat beschränkt mag das noch nachvollziehbar sein. Die bis dahin gelebte uneingeschränkte Führertreue und begeisterte Teilnahme am Vernichtungsfeldzug scheint mir allerdings gar nicht so kritisch. Er nahm am Polen- und Frankreichfeldzug selbst teil und empfand vor allem den Sieg gegen die Franzosen mit großer Genugtuung. Aus Polen schrieb der Graf 1939 übrigens an seine Frau Nina: <em>&#8220;Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun.&#8221; </em>(<a href="http://www.bundestag.de/dasparlament/2004/26/Panorama/002.html" target="_blank">Das Parlament</a>)</p>
<p><span id="more-24"></span></p>
<p>Später bittet Steinbach um Verständnis für die Schwierigkeiten, die Stauffenberg aufgrund seines Sinneswandels aushalten musste:</p>
<blockquote><p>Verstellt wurde in den Deutungen und Umdeutungen der Blick auf den Menschen Stauffenberg: auf die Leistung, die es bedeutete, innerlich eine Position zu überwinden, die er mit den Nationalsozialisten zunächst partiell teilte und die ihn zunächst keineswegs zu einem geborenen Gegner des Hitler-Regimes gemacht hatte. Keinen Blick hatte man für die Stufen seiner Distanzierung von Zeitströmungen. Immer wieder war zu lesen, Stauffenberg habe sogar vor einer Hakenkreuzfahne salutiert, er sei ohne Zögern in den Krieg gezogen. Das Gespür für die Dramatik, die gerade in der Überwindung individueller Verstrickungen in Zeitströme verborgen liegt, war nur schwach ausgeprägt.</p></blockquote>
<p>Mit &#8220;Verstrickung in Zeitströme&#8221; ist dann wohl &#8220;nationalsozialistische Überzeugung&#8221; gemeint. Es mag zwar für den Einzelnen in den 1940er Jahren eine gewisse &#8220;Dramatik&#8221; gehabt haben, die Ziele des NS-Regimes zu hinterfragen, an die man vorher so sehr geglaubt hatte. Das mag beachtlich sein. Bewundernswert ist es noch lange nicht. Wie kann man aus demokratischer Perspektive  jemanden bewundern, der nach langer, aktiver Mittäterschaft plötzlich seine Einstellung zu Rassismus und Massenmord hinterfragt und sich von ihr abkehrt?</p>
<p>Stauffenberg hat es zwar fast geschafft, Hitler zu ermorden. Doch ich kann wenig heldenhaftes erkennen in einem Mann, der über viele Jahre hinweg ein totalitäres, kriegerisches, industriell massenmordendes System und seinen Kopf aktiv unterstützt und irgendwann, genauer gesagt viel zu spät, erst bzw.<strong> nur </strong>erkennt, dass es einige faule Früchte trägt. Man kann ein Attentat auf Hitler sicherlich laut beklatschen und bedauern, dass es fehlschlug. Stauffenberg, der Mensch hinter dem Attentat, hat großartige posthume Ehren jedoch nicht verdient. Der Jubel um Stauffenberg zeigt die Verzweiflung einer Gesellschaft, die nach etwas Greifbarem in der kaum vorhandenen deutschen Widerstandsbewegung sucht. Letzten Endes ist der wichtigste und zutreffendste Satz in Steinbachs Artikel sicherlich der folgende:</p>
<blockquote><p>Stauffenberg war kein Bedenkenträger, er war bis 1942 Teil des NS-Systems.</p></blockquote>
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