Was Spammer verdienen

Man fragt sich ja immer was so ein Spammer verdient und wie viele Menschen es wirklich gibt, die sich eine Rolex kaufen, Viagra bestellen oder sich eine Penis-Vergrößerung genehmigen, indem sie auf den entsprechenden Link in einer Spam-Mail klicken. Genau dass haben sich auch ein paar Informatiker an der Berkeley-Uni und der Uni von San Diego gefragt und einige Monate selbst Spammer gespielt. Das Ergebnis ihrer Studie: Man muss 12,5 Millionen Spam-Mails verschicken um einem Kunden etwas zu verkaufen.

“After 26 days, and almost 350 million e-mail messages, only 28 sales resulted,” wrote the researchers.

The response rate for this campaign was less than 0.00001%. This is far below the average of 2.15% reported by legitimate direct mail organisations.

“Taken together, these conversions would have resulted in revenues of $2,731.88—a bit over $100 a day for the measurement period,” said the researchers.

Scaling this up to the full Storm network the researchers estimate that the controllers of the vast system are netting about $7,000 (£4,430) a day or more than $2m (£1.28m) per year. [BBC – Study shows how spammers cash in]

Tja, sonderlich viel ist das nicht. Da ein Spammer jedoch kaum Ausgaben hat, der Aufwand für das milliardenfache Verschicken von Emails ziemlich gering ist und es sie nunmal gibt, die Spam-Pest, scheint sich die Sache zu lohnen. Allerdings würde mich mal interessieren, welche Summen auf der anderen Seite in Spam-Schutz investiert werden. Da wird sicherlich in ganz anderen Maßstäben abgesahnt. Na also wenn das mal nicht nach Verschwörung riecht… ;)

[via Basic Thinking]

Kategorie: außerordentlich | 1 Kommentar

Personifizierter Spam – Analog Plugin wanted!

Spam kennt viele Kanäle: Email, Kommentarfunktion, Post, Telefon usw. Während sich die ersten beiden Kanäle inzwischen ganz gut filtern lassen, ist das bei den letzten beiden schon schwieriger. Eine ganz eigene Problemkategorie füllen die Klinkenputzer, die quasi als personifizierter Spam daherkommen. Gestern klingelte beispielsweise wieder mal ein Mädel, vielleicht 17 oder 18 Jahre alt, und wollte mir was von Arcor-Angeboten erzählen. Da sie mir – wie ihr Kollege, der mich einst schon beehrt hat – zuerst die lustige Frage stellte, ob ich denn einen Telefonanschluss besitze, weiß ich, dass die Drückerkolonne von Arcor einen einheitlichen “Verträge andrehen leicht gemacht”-Einführungskurs verabreicht bekommt. Bei der Umsetzung der Verkaufsstrategie hapert es allerdings. Die junge Dame machte den Eindruck, als ob sie die Schule schwänzt und sich von der Provision eine Stange Kippen und zwei Flaschen Wodka kaufen will. Das schreckt natürlich ab. Ähnlich wie der Email-Betreff “Rolex special offer”. Aber wie das nun mal auch bei Spam-Mails der Fall ist: Irgendjemand klickt immer auf den Link und lässt sich was andrehen. Man muss es nur oft genug versuchen. Sicher klingelte sich auch das Mädel unbeirrt weiter nach oben in den 5. Stock, um dann von Oma F. empfangen zu werden, die froh war endlich jemanden mit Plätzchen und Kakao versorgen zu können. Wahrscheinlich hat sie aus Dankbarkeit für die Gesellschaft eine 16.000er DSL-Flat bestellt hat, obwohl sie schon mit ihrer neuen Fernbedienung überfordert ist…
Eine bahnbrechende Idee für einen Spam-Filter an der Wohnungstür ist mir leider noch nicht gekommen. Wahrscheinlich müsste man da mit Blacklists arbeiten. Ließe sich allerdings das in diesem Blog genutzte Mathe-Plugin aus der Kommentarfunktion an der Türklingel installieren, hätte ich die Spam-Tussi von gestern sicherlich schon ins Trudeln bringen können. ;-)

Kategorie: persönlich | 2 Kommentare

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